Neuevangelisierung

Preisverleihung von Missio: Ein „Emil“ für Missionare

Premiere in Wien. Missio Österreich zeichnet Laien aus, die das Evangelium verbreiten. Ein Missionspreis der anderen Art. 
Mission-Award
Foto: Missio Österreich | Der Preis für jahrelangen Einsatz der Missionare ist „Emil“. So heißt die Eselsfigur aus Bronze, die ein Zisterziensermönch anfertigte.

Missionsarbeit ist oft „Eselsarbeit“. Sie ist nicht nur mit oft großen Anstrengungen und Opfern verbunden, sondern sie ist auch eine Arbeit, die meist von niemanden honoriert wird. Daher ist die von Missio Österreich ins Leben gerufene Auszeichnung „Austria.On.Mission-Award“ ein echter Lückenfüller in der katholischen Szene. „Eseln sind unbeachtete Lastenträger“, erzählt der Direktor der päpstlichen Missionswerke in Österreich, Pater Karl Wallner. „Da ist mir aufgegangen, dass der Esel ein passendes Bild für die Missionare und die Kirche in diesen Ländern ist“, meint Pater Karl. So sei ihm die Idee gekommen, einen „Mission-Award“ einzuführen.

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Preisverleihung

Im modern-eleganten Ambiente des Palais Berg in der Wiener Innenstadt fand am vierten November die Ehrung der sechs Preisträger statt. An die 150 Gäste waren gekommen, darunter der Pressesprecher von Kardinal Christoph Schönborn, Michael Prüller, und der emeritierte Bischof Klaus Küng. Dass es sich bei den Ausgezeichneten ausschließlich um Laien handelt, war keine Absicht. Schließlich „ist die Mission Grundberufung eines jeden Getauften.“, zitierte Pater Karl Papst Franziskus in seiner Begrüßungsrede. Mit den Worten des Papstes fuhr der Apostolische Nuntius Erzbischof Pedro López Quintana in seinem Grußwort fort: „Mission ist keine romantische Erinnerung an frühere Zeiten. Der Ruf, Missionar zu sein, geht an uns alle“.

Mission in Benin

In der Kategorie „Missionare aus Österreich“ wurde Elisabeth und Enzio Caruso geehrt. Nach ihrer Pensionisierung gingen die beiden Krankenpfleger als Laienmissionare nach Afrika, um sich dort den Leprakranken anzunehmen. Ab 1991 arbeitete das Ehepaar bei einer Mission der Kamillianer in Benin. Dann folgten sie dem Ruf Gottes nach Madagaskar. In den entlegenen Dörfern gab es kaum medizinische Versorgung. Als sie mit ihrem Dienst begannen, hatten 90 Prozent der Menschen in den Dörfern einen Ahnenglauben. Nach den 12 Jahren hatten sich 200 Erwachsene taufen lassen und es entwickelte sich eine lebendige, katholische Gemeinschaft

Eine Mission ganz anderer Art haben Michaela und Robert Schmalzbauer. Das Ehepaar mit acht Kindern wurde in der Kategorie „Missionare in Österreich“ ausgezeichnet. Im Jahr 2000 gründeten sie die Gemeinschaft „Immaculata“. Das Jungfamilientreffen in Pöllau starteten die Schmalzbauers mit 35 Ehepaaren. Heute nehmen an der katholischen Familienfreizeit über 200 Familien teil. 2008 entstand die „Initiative Christliche Familie“ (ICF) als Zusammenschluss von österreichweiten pastoralen Angeboten für Ehe und Familie. Trotz all den vielfältigen Projekten geht es dem Ehepaar Schmalzbauer nicht um Aktionismus. „Die Mission nach außen ist dann fruchtbar, wenn wir sie zuerst selbst leben“, erklärt Robert Schmalzbauer.

Unermüdliche Spendensammlerin

Die fast 80-jährige Traute Schröttner ist die Preisträgerin der Kategorie „Star of Mission“. Durch das unermüdliche Fundraising der Rentnerin wurden in dem Land in Ostafrika unter anderem 19 Kirchen und eine Ausbildungsstätte für Schneiderinnen gebaut. Traute Schröttner organisierte seit den achtziger Jahren fast jährlich eine Missionsreise nach Rwanda, wo ihre Pfarrkirche Graz Karlau eine Missio - Pfarrpartnerschaft übernommen hat. Die Rentnerin selber verdankt Afrika viel. „Durch Afrika habe ich zu Beten begonnen. Dort habe ich den lebendigen Glauben kennen gelernt“, teilt Schröttner in ihrer Preisträger-Rede mit.

Ein Lastenträger

Die vierte und letzte Kategorie des Mission-Awards heißt „Held der Barmherzigkeit“ und geht an eine Person aus der Weltkirche. Ausgewählt wurde Mervyn Francis Lobo, der jahrelang eng an der Seite von Ruth Pfau in Pakistan arbeitete.

Als Preis für ihren jahrelangen Einsatz als „Lastenträger“ erhielten die Missionare den „Emil“. So heißt die Eselsfigur aus Bronze, die ein Zisterziensermönch, der auch Künstler ist, eigens anfertigte.

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