Allerheiligen

Gloria von Thurn und Taxis: "Der Ablass ist ein Geschenk der Kirche"

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sieht in der Trauer um nahe Verstorbene auch einen Weg der Gnade. 
Fürstin Gloria von Thurn und Taxis
Foto: Rainer Fleischmann. | Fürstin Gloria spricht mit der Tagespost über jährliches und persönliches Totengedenken.

Durchlaucht, Sie haben vor wenigen Wochen Ihre Mutter verloren. Hat das Ihren Blick auf das Sterben verändert?

Meine Mutter und ich haben schon als ich klein war viel über den Tod gesprochen. Wir hatten abgemacht, dass wer als erster stirbt, dem anderen ein Zeichen gibt. Meine Mutter ist der erste Mensch, den ich kenne, die dem Tod geradezu mit freudiger Erwartung entgegengetreten ist. Zuerst dachte ich, dass sich dies sicher im Angesicht des Todes verändern wir. Aber nein: Noch bevor sie aufgehört hat, zu sprechen, sagte sie: „Ich hatte ein wunderschönes Leben, jetzt freue ich mich auf den Tod.“

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Auf dem Sterbebild Ihrer Mutter ist das Bild eines für seine Fröhlichkeit bekannten Heiligen, Philipp Neri. Welche Beziehung hatte Ihre Mutter zu ihm?

Als meine Mutter vor Jahren ihr Sterbebild gestalten wollte, habe ich sie gefragt, welchen Lieblingsheiligen sie hat. „Philipp Neri“, kam wie aus der Pistole geschossen. Deshalb habe ich ihr das schöne Bild aus der Chiesa Nuova in Rom gezeigt und genau dies wollte sie dann auch haben.

Tiefe, schmerzliche Trauer.
Es hat keinen Sinn, sich das schön zu reden.

Was gibt Ihnen beim Tod eines nahen Menschen Hoffnung?

Nein, Hoffnung gibt einem der Tod eines geliebten Menschen nicht, sondern Trauer. Tiefe, schmerzliche Trauer. Es hat keinen Sinn, sich das schön zu reden. Ich glaube aber, dass diese Trauer wichtig ist und einen Zweck erfüllt. Es ist auch eine Konsequenz der Erbsünde. Wir können dem Trauerschmerz nicht entkommen, aber das zu durchleiden, bringt Gnade. Das glaube und spüre ich.

Die Totenbestattungsbräuche haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark geändert. Was gehört zum würdigen christlichen Abschied dazu?

Jedenfalls ein schönes Requiem, welches einmal im Jahr im November, dem Totenmonat, gefeiert wird. Wir hatten das Glück, meine Mutter bis zum letzten Atemzug begleiten zu dürfen, deshalb konnten wir an ihrem Bett Rosenkränze beten.

Im November betet die Kirche besonders für die Verstorbenen. Verdient der Ablass einen Platz in der Katechese?

Unbedingt! Es ist ja ein Geschenk der Kirche. Wieso sollte man ein Geschenk ablehnen?

Wir bekommen am Ende der Welt
ja sogar unsere Körper in seiner schönsten Form zurück.
Wir müssen uns nur Gott als unserem Erschaffer unterwerfen.

Der Tod ist in unserer Gesellschaft tabu. Aus welchen Schätzen der Kirche schöpfen Sie, wenn Sie nahe Menschen auf dem Weg zum Tod begleiten?

Bei den ganzen Bemühungen um Transhumanismus geht es ja vor allem darum, irgendwann die Unsterblichkeit des Menschen zu erreichen. Was diese Leute aber nicht verstehen wollen, ist, dass wir die Unsterblichkeit durch die Taufe, durch den Tod Christi am Kreuz, längst haben. Wir bekommen am Ende der Welt ja sogar unsere Körper in seiner schönsten Form zurück. Wir müssen uns nur Gott als unserem Erschaffer unterwerfen. Eine aus Liebe freiwillige Unterwerfung unter Gott: Das ist der Preis. Der Satan gaukelt uns vor, wir könnten dies auch ohne Gott erreichen, was aber nur zu mehr Chaos und Unordnung führt. Aber genau dies beabsichtigt er. Es gibt Menschen, die den Tod akzeptieren und mit denen kann man gezielt beten, man kann die Sakramente spenden und alles geschieht friedlich. Aber es gibt auch Fälle, wo der Sterbende dem Unausweichlichen, geistig aus dem Weg gehen will. Da wird es schon viel schwieriger.

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