Papst in Bratislava

Die politische Slowakei heißt Papst Franziskus wilkommen

Der römische Pontifex fordert vor Politikern und Diplomaten zur Rückbesinnung auf den christlichen Glauben auf.
Papst in Bratislava
Foto: Michal Svitok (TASR) | Staatspräsidentin Caputová, sozilaliberales Statsoberhaupt der Slowakei und eine frühere Umweltanwältin und -aktivistin, empfing Papst Franziskus.

Am Vormittag seines ersten vollständigen Besuchstages in der Slowakei begegnete Papst Franziskus in seiner Funktion als Staatsoberhaupt des Vatikanstaates der politischen Spitze des Gastgeberlandes. Kurz nach 9 Uhr Ortszeit erreichte der Papst-Autokonvoi den Präsidentenpalast von Bratislava, wo er von Staatspräsidentin Zuzana Caputová begrüßt wurde, die seit 2019 das höchste Amt im slowakischen Staat innehat. Hunderte Schaulustige begrüßten den Pontifex herzlich bei seiner Ankunft vor dem Amtssitz der Staatspräsidentin - überfüllte Straßen oder große Menschenmassen wie bei anderen Papstbesuchen blieben aber auch am Montagvormittag Fehlanzeige.

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Staatspräsidentin lobt Engagement des Papstes

Staatspräsidentin Caputová, sozialliberales Staatsoberhaupt der Slowakei und eine frühere Umweltanwältin und -aktivistin, bezeichnete den Pontifex in ihrer Rede als "eine der bedeutendsten moralischen und geistlichen Autoritäten der gegenwärtigen Menschheitsepoche." Die Art und Weise, in der Franziskus das Evangelium verkünde und dessen moralische Dimension exemplarisch vorlebe, wirke auch anziehend auf Menschen, die dem christlichen Glauben fernstünden, so Staatspräsidentin Caputová. Sie lobte das Engagement des Papstes für eine "neue Kultur des Politischen und eine neue Wirtschaftsethik" und seinen Einsatz gegen Populismus, Nationalismus, Fundamentalismus, Fanatismus sowie den Missbrauch der Religion für politische Zwecke. In Zeiten gesellschaftlicher Spaltungen sowie globaler und ökologischer Krisen sei er nichts weniger als der "Hoffnungsträger einer dringend notwendigen Inspiration für die Zukunft der Menschheit" in einer Epoche des fundamentalen Wandels.

Franziskus: Slowakei "eine Botschaft des Friedens im Herzen Europas"

Der Bischof von Rom wiederum revanchierte sich in seiner im Anschluss gehaltenen Ansprache vor den Spitzen der Politik und des Diplomatischen Korps gegenüber seinen Gastgebern und lobte die Slowakei als Ort des Austausches, dessen reichhaltige Geschichte in der Mitte Europas "unauslöschlich vom Glauben geprägt" ist und auch mit Blick auf das friedliche Ende der kommunistischen Diktatur sowie der ebenso friedlichen Auflösung der Tschechoslowakei als "eine Botschaft des Friedens im Herzen Europas" bezeichnet werden müsse.

Mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie appellierte der Papst an seine Zuhörer, Egoismen zu überwinden und stattdessen nach einer "Schönheit des Miteinanders" zu streben. "Es nützt nichts, die Vergangenheit zu bedauern, es tut Not, sich die Ärme hochzukrepeln, um gemeinsam die Zukunft aufzubauen", so der Pontfex.

Helfen könne hierbei eine Wiederbesinnung auf die christlichen Wurzeln des Landes: "Ihr könnt dabei aus dem großartige Leben der heiligen Brüder Cyril und Metodius schöpfen", erinnerte Franziskus an die Verbreiter des Evangeliums unter den slawischen Völkern. "Sie betrachteten sich als allen zugehörig und suchten nach der Gemeinschaft mit allen: Slawen, Griechen, Lateiner. Ihre Festigkeit im Glauben schlug sich so in einer ungekünstelten Offenheit nieder. Das ist ein Erbe, das ihr gerufen seid aufzunehmen, um auch in dieser Zeit ein Zeichen der Einheit zu sein."

  

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost einen umfassenden Bericht über den Besuch des Papstes in der Slowakei.

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