52. Internationaler Eucharistischer Kongress

Die Märtyrerkirche im Irak schämt sich ihres Glaubens nicht

Chaldäischer Patriarch Sako dankt Ungarns Regierung für die Unterstützung der Christen im Orient.
Kardinal Louis Raphael Sako dankte für die Unterstützung der Christen in Syrien und im Irak.
Foto: ©VATICAN MEDIA /CPP / IPA | In einer Rede auf dem Internationalen Eucharistischen Kongress (IEC) in Budapest dankte Kardinal Sako am Dienstag der ungarischen Regierung für ihre Unterstützung der Christen in Syrien und im Irak.

Radikale Kräfte im Islam wollen die Christen aus dem Orient vertreiben, meint der Patriarch der Chaldäisch-Katholischen Kirche, Kardinal Louis Raphael Sako. „Dem Westen ist nicht bewusst, welchen Ängsten wir im Nahen Osten ausgesetzt sind.“ In seiner Rede auf dem Internationalen Eucharistischen Kongress (IEC) in Budapest dankte Sako am Dienstag ausdrücklich der ungarischen Regierung für ihre Unterstützung der Christen in Syrien und im Irak. Mit dieser Hilfe aus Budapest seien Häuser, Schulen und Kirchen in der Niniveh-Ebene, die von Islamisten zerstört worden waren, wieder aufgebaut worden. Sako wörtlich: „Um die Abwanderung der Christen zu stoppen, muss man die Lage in den Städten und Dörfern verbessern. Dabei hilft uns die ungarische Regierung.“

Chaldäer sind immer verfolgt worden

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Patriarch Sako erklärte, dass das Martyrium ein spezifisches Charisma der chaldäischen Kirche sei. Immer sei sie verfolgt worden: von Persern, Türken und nun von radikalen Islamisten. „2014 haben 120.000 Christen ihre Dörfer verlassen, aber nicht einer ist zum Islam übergetreten, um sich zu schützen.“ Oft würden die irakischen Christen von Muslimen gefragt, warum sie anders seien. „Ja, wir sind anders, weil wir von Christus geformt sind. Wir nehmen den Leib Christi zu uns – und er verwandelt uns.“

Der Irak-Besuch von Papst Franziskus in diesem Jahr sei von historischer Bedeutung gewesen. Sako meinte in Budapest, dass die Botschaften des Papstes auch die Herzen vieler Muslime im Irak erreicht hätten. Dennoch lebe die Christenheit im Orient „in einer Atmosphäre des Misstrauens und des Verdachts“. Sako plädiert für einen säkularen, bürgerlichen Staat und die Trennung von Religion und Politik.

Christen im Westen sind ohne Mut

Anders als im Westen würden sich die irakischen Christen ihres Glaubens nicht schämen. „In der westlichen Welt haben die Christen zu wenig Mut, sich zu bekennen.“ Auch greife im Westen der Materialismus immer mehr um sich; eine Konsumgesellschaft breite sich aus. „Das ist schrecklich. Bei uns im Osten ist das nicht so“, sagte der in Bagdad residierende Patriarch der Chaldäer in seiner Rede in Budapest. DT/sba

Lesen Sie eine ausführliche Reportage über den Internationalen Eucharistischen Kongress am Donnerstag in Ihrer „Tagespost“.

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