Zu guten Gewohnheiten erziehen

Stella International School – Die neue katholische Privatschule in Wien bezieht die Eltern stärker mit ein. Von Gudrun Trausmuth

Schule mit katholischer Spiritualität: Hier wird jedes Kind spezifisch gefördert. Foto: Stella International School
Schule mit katholischer Spiritualität: Hier wird jedes Kind spezifisch gefördert. Foto: Stella International School

Die kirschroten Schulpullover sind ein richtiger Eyecatcher – wenn Schuluniform so fröhlich und unverkrampft auftritt, kann man als Eltern eigentlich nur dafür sein, dass der Krieg der Marken und Eitelkeiten für die Kinder einige Jahre aufgeschoben wird. Die 15 Mädchen und Jungen der im September 2018 eröffneten „Stella International School“ scheinen sich auf jeden Fall so richtig wohl zu fühlen. Das gilt nicht nur in Bezug auf die Schulkleidung, sondern auch hinsichtlich der hellen Räume des weitläufigen modernen Stockwerks im II. Wiener Gemeindebezirk, wo „Stella“ in den nächsten drei Jahren mit Kindergarten und Grundschule logieren wird.

Die Kinder werden sehr spezifisch gefördert

„Den Kindergarten gibt es ja schon seit neun Jahren“, erklärt Heidi Burkhart, Präsidentin des Trägervereins, Organisatorin und Betreiberin von „Stella“. Rasch sei von Seiten der Eltern der Wunsch gekommen, ihre Sprösslinge nach dem katholischen Privatkindergarten auch in eine vom gleichen Träger geführte katholische Privatschule schicken zu können. Doch dies umzusetzen, dauerte eine Weile. Vieles war zu bedenken, so Heidi Burkhart, nicht zuletzt die Lage innerhalb Wiens: Viele Bezirke seien gut versorgt mit Privatschulen, habe das Schulamt der Erzdiözese Wien signalisiert, allerdings auch volle Unterstützung, wenn sich eine neu zu gründende Schule etwa in Richtung des 21./22. Bezirks orientieren würde. Und genau das ist nun der Plan für „Stella“, die zum Wunschdatum 2021 in einen Neubau auf der „Copa Cagrana“ übersiedeln wird. Nur eine U-Bahnstation vom aktuellen Standort entfernt, wird neben der Donau ein hochmodernes Bauprojekt realisiert, das der legendären „Donauinsel“ ein ganz neues Gesicht geben wird. In unmittelbarer Nähe zum „Vienna DC Tower“, einem Wolkenkratzer mit 60 Stockwerken, soll das neue Stella-Schulzentrum in drei Jahren seinen definitiven Platz finden, übrigens inklusive eines Gymnasiums – dem nächsten ambitionierten Stella-Schulprojekt.

Große Pause: Die 15 Pionierkinder von „Stella“ genießen ihren Sonderstatus sichtlich, denn in diesem ersten Schuljahr wirken die Räumlichkeiten unglaublich großzügig – welche Schule hat schon für den Einzelnen so viel Platz? Die noch leer stehenden drei Klassen werden auch jetzt schon begeistert mitbenutzt. „Nächstes Schuljahr ist da schon wesentlich mehr los!“, kündigt Heidi Burkhart an und meint, dass sie nicht nur für Herbst 2019 bereits zwei volle Klassen habe, sondern auch schon 40 Voranmeldungen und zahllose Interessensbekundungen für weitere Jahre. Die „Stella International School“ findet Anklang, was angesichts des durch und durch sympathischen Settings nicht verwundert. Man spürt, dass alle mit Freude und Feuereifer am Werk sind, das strahlen auch die junge Klassenlehrerin Beatice Ledebur und die freundliche Direktorin Andrea Bernhard aus. Übrigens wird die Stella-Grundschule als Mehrstufenklasse geführt, was bedeutet, dass die Kinder der Schulstufen 1–4 in einer Klasse unterrichtet werden. „Die Kinder können auf diese Weise sehr spezifisch gefördert werden“, führt Heidi Burkhart aus, „die kleinen Schnellen können mit den Großen schon mithören und mitüben, die Größeren wiederum lernen, Tutor zu sein – ,teach to learn‘ ist ja ein bekannter Grundsatz.“ A propos, „Stella International School“ wird bilingual geführt, möglichst rasch sollen fünf Schulstunden pro Woche auf Englisch stattfinden, „als Vorbereitung auf Internationalität im 21. Jahrhundert“, wie der Schulfolder wirbt.

„Stella“ steht auf der Grundlage eines christlich-katholischen Wertefundaments; Heidi Burkhart sieht das Projekt über einzelne Personen von der Spiritualität des Opus Dei inspiriert, so sei das Stichwort der „Heiligung der Arbeit“ eine wichtige Motivation. Institutionell sei „Stella“ aber keine „Opus Dei-Schule“, sondern einfach eine katholische Privatschule, in der die Bildung und Erziehung der Kinder in besonders enger Zusammenarbeit mit den Eltern erfolge.

Die erfahrene Managerin erzählt von regelmäßigen Gesprächen zwischen Klassenlehrerin, Direktorin und Eltern genauso wie von individuellen qualitativen Talks zwischen Schüler/in und Lehrerin: „Es geht darum, das Kind gemeinsam auf den Weg zu bringen.“ Burkhart streut sowohl dem Stadtschulrat Wien, als auch dem Schulamt der Erzdiözese Wien Rosen, überall habe die „Stella International School“ nur positive Resonanz und viel Unterstützung erfahren. Die Verankerung im österreichischen Schulsystem ist Heidi Burkhart ebenso wichtig wie hohe akademische Qualität: „Stella“ sei nicht exempt, sondern wolle sich mit den besten öffentlichen Schulen messen. Zusätzlich arbeitet die neue Schule nach einen eigenen Bildungsplan, der stark in Richtung Charakterformation geht, so werden gezielt „gute Gewohnheiten und Haltungen“ (Großzügigkeit, Ehrlichkeit, Ordnung, Respekt, Verantwortung et cetera) vermittelt und eingeübt.

Nicht zuletzt: Mit 200 Euro Schulgeld für den vormittäglichen Schulbesuch und maximal 420 Euro, wenn Mittagessen und Nachmittagsbetreuung zusätzlich gebucht werden, bleibt die neue katholische Privatschule in einem moderaten Preisspektrum. Eine Schule, in die man gerne gehen würde!

Stella International School, 1020 Wien, Lassallestraße 71, Unit 4/Top 2, www.stella-dc.at