Katechese

Institut Notre Dame: Kinderherzen für Gott öffnen

Die Kinderkatechese des Instituts Notre Dame de Vie führt Kinder ab dem Kindergarten über mehrere Jahre hinweg in eine persönliche Gottesbeziehung hinein. Auch in Deutschland bietet das Institut Kurse für zukünftige Katecheten an.
Foto: Institut Notre Dame de Vie | Katechese zur Kirche

Um Kindern den Glauben zu vermitteln, gibt es eine Fülle von katechetischem Material. Die fundierte Kinderkatechese des Instituts Notre Dame de Vie ist Katecheten in Kindergärten, Schulen und Pfarrgemeinden, aber auch Familien, die den Glauben mit den Kindern im familiären Rahmen vertiefen wollen, besonders zu empfehlen.

Die Hinführung zu einer persönlichen Gottesbeziehung im Gebet und die ganzheitliche Einführung in die Gesamtheit des Glaubens sind die Hauptanliegen des Glaubenswegs „Komm, folge mir nach“. Die Kinder lernen die Heilige Schrift kennen und werden in den Rhythmus des liturgischen Jahres eingeführt.

Längjährige Erfahrung

Der Glaubensweg baut auf der langjährigen Arbeit und Erfahrung von Mitgliedern des karmelitanischen Säkularinstituts Notre Dame de Vie auf. Das weithin spürbar säkularisierte Umfeld veranlasste französische Mitglieder, in ihrer Arbeit als Erzieherinnen und Katecheten vor allem die persönliche Gottesbeziehung des Kindes zu wecken und zu fördern. Weitergeführt durch Pfarrer Benoît Caulle und Anne-Marie Le Bourhis, Mitglied im internationalen Rat für die Katechese, liegt inzwischen eine vollständig ausgearbeitete Katechese für Kinder vor, unterteilt in die Altersgruppen drei bis fünf, fünf bis sechs sowie sieben bis elf Jahre. Sie hat das Imprimatur zum katechetischen Gebrauch in Frankreich erhalten, stimmt also mit den Normen und Kriterien überein, wie sie im Nationalen Dokument zur Orientierung der Katechese in Frankreich aus dem Jahr 2006 festgelegt sind. Die französischen Bischöfe riefen in diesem Dokument dazu auf, neue Arbeitsmaterialien für die Katechese zu entwickeln.

Folge mir nach

„Komm, folge mir nach“ baut auf dem Wort Gottes auf und folgt dem Katechismus der Katholischen Kirche. Gleichzeitig entfaltet der Glaubensweg eine Initiationspädagogik, die sich an den großen Etappen der Heilsgeschichte orientiert. Alle Dimensionen des Glaubens (Glaubensbekenntnis und Gebet, Liturgie und Sakramente, christliches Leben und Mission) werden dabei berücksichtigt und miteinander verbunden. Einfühlsam geht der Glaubensweg dabei auf die psychologische Entwicklung des Kindes ein und führt hinein in die Gemeinschaft der Kirche.

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Der Glaubensweg beachtet den Rhythmus des liturgischen Jahres und des Schuljahres. Er sieht drei systematisch auf einander aufbauende Etappen vor und ist auf mehrere Jahre hin angelegt. So werden die Kinder jeweils tiefer und ausführlicher in die Glaubensgeheimnisse eingeführt.

Ein Glaubensweg in drei Etappen

In der ersten Etappe geht es darum, die Liebe Gottes zu empfangen, der Schöpfer und Vater ist. Das Herz der Kinder öffnet sich dem Geheimnis des sich offenbarenden Gottes und dem Geheimnis der menschlichen Person, die geschaffen ist, um mit Gott und dem Nächsten in Beziehung zu leben. Diese Beziehung entwickelt sich vor allem im und durch das Gebet. Die zweite Etappe betont das Leben in Gemeinschaft mit Jesus Christus, der Herr und Retter ist. Durch das Evangelium lernen die Kinder das Leben Jesu kennen und werden so fähig, mit ihm und mit dem Nächsten in Gemeinschaft zu leben. Für die schon etwas älteren Kinder kann dieser Weg zu den Sakramenten und zur intensiveren Teilnahme am liturgischen Leben der Kirche führen. Die dritte Etappe ruft dazu auf, als Christ in der Kraft des Heiligen Geistes zu handeln, der das Leben schenkt. Hier wird das Leben im Heiligen Geist eingeübt. Diese in der kirchlichen Gemeinschaft gemachte Erfahrung führt die Kinder dazu, so zu lieben wie Christus und seine Zeugen zu werden.

Ein gleichbleibender Ablauf

Die Katechesen haben einen gleichbleibenden Ablauf. An die Begrüßung schließt sich zunächst die Vorbereitung und Öffnung des Herzens an. Danach geht es um das Wort Gottes in den Dimensionen Hören, Teilen, Für heute lebendig werden lassen und Antworten. Nach dem gemeinsamen und persönlichen stillen Gebet werden im kreativen Tun Wort, Gebet und Leben miteinander verbunden. Zum Schluss erfolgt die Aussendung.

Die Heilige Schrift wird sichtbar und inhaltlich hervorgehoben. Farbige Silhouetten und Kerzen unterstützen auf anschauliche Weise die Vertiefung des Glaubens. Die Silhouetten sind schlichte Darstellungen von Personen oder Gegenständen, die in den Katechesen vorkommen. Um das Augenmerk auf die innere Haltung zu legen und die Kinder zum Gebet zu führen, sind die Gesichter nicht näher ausgestaltet.

Glaubensvermittlung auch in Deutschland

Die ansprechende Katechese wurde in verschiedenen Ländern übernommen., Auch in Deutschland wird dieser Weg der Glaubensvermittlung eingesetzt. So bietet der katholische Kindergarten im fränkischen Weisendorf, dem deutschen Sitz des Instituts Notre Dame die Vie, die Kinderkatechese bereits seit 2005 während der Kindergartenzeit an. Die Katechese trägt Früchte, denn Sibylle Schmitt, Mitglied des Instituts, weiß von einigen früheren Kindergartenkindern, die heute als Jugendliche weiterhin mit Gott verbunden sind. „Was mir hilft, wenn etwas schwer ist: das, was ich als Kind mit fünf Jahren gelernt habe“, durfte eine französische Mitschwester in Frankreich einmal hören.

In Aachen hält Ruth Schilling vom Institut Notre Dame de Vie die Katechese sonntags während des Gottesdiensts in der französischsprachigen afrikanischen Gemeinde. Dafür wird die Zeit während des Evangeliums und der Predigt genutzt, da die Predigten üblicherweise recht lang sind. Die Kinder kommen aus engagierten Familien und erzählen manchmal zu Hause von den Jesus-Geschichten, freut sich Frau Schilling. Auch die französische Gemeinde in München lädt zu regelmäßigen Katechesestunden am Nachmittag ein; knapp 70 Kinder sind dabei.

Persönliche Gottesbeziehung

Im Pfarrverband Gräfelfing engagiert sich Sibylle Kalix seit vielen Jahren für die Kinderkatechese. „Das schlichte und schöne Material öffnet die Herzen“, erzählt sie. „Ein Kind wollte gar nicht mehr aufstehen, sondern weiter auf dem Bauch liegend die Silhouetten betrachten“. Ihre guten Erfahrungen möchte sie gerne weitergeben und bietet daher mit Marie-Thérese Rouxel, Mitglied von Notre Dame de Vie, Fortbildungen im Rahmen der Praxismodule des Katechistenkurses im Bildungshaus St. Ulrich in Hochaltingen an.

Dem Glaubensweg „Komm, folge mir nach“ mit dem Schwerpunkt auf der persönlichen Gottesbeziehung und der Einbettung in die Gesamtheit des Glaubens ist auch in Deutschland eine weite Verbreitung und Förderung durch die deutschen Bischöfe zu wünschen. Eine gute Gelegenheit zum Kennenlernen ist der für Anfang 2022 im Pfarrverband Gräfelfing geplante Stärkungs- und Fortbildungstag für Katecheten und Interessierte oder ein eigener Kurs des Instituts Notre Dame de Vie, der auf Nachfrage gerne eingerichtet wird.

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