Washington

Gegen „Toxische Männlichkeit“: US-Senator für mehr Virilität in der Gesellschaft

Dem Begriff der „toxischen Männlichkeit“ setzt der Senator aus Missouri, Josh Hawley, eine positive Sicht der Virilität entgegen. Er ruft dazu auf, sich vermehrt als Mann zu zeigen.
Senator Josh Hawley
Foto: Jeff Roberson (AP) | Hawley forderte eine Wiederbelebung der wahren Männlichkeit. Sein Vortrag fand in den US-amerikanischen Medien ein großes Echo und ist auf der offiziellen Webseite des Senators nachzulesen.

Auf der National Conservatism Conference, die am 1. November in Orlando, Florida, stattfand, hat der Senator aus Missouri, Josh Hawley, ein Grundsatzreferat mit dem Titel „Die Attacken der Linken auf die amerikanischen Männer“ gehalten. In seiner Rede hob der 41-jährige Republikaner nicht nur hervor, dass die wiederholten Angriffe von Seiten der Linken auf eine sogenannte „toxische“ Männlichkeit nicht nur die Virilität in Amerika geschwächt habe, sondern in einem beträchtlichen Maße auch unsere Familien, unsere Gemeinschaften und das Land allgemein. Hawley forderte eine Wiederbelebung der wahren Männlichkeit. Der Vortrag fand in den US-amerikanischen Medien ein großes Echo und ist auf der offiziellen Webseite des Senators nachzulesen.

Dekonstruktion der amerikanischen Männer

Als Ausgangspunkt seiner Erörterungen wählte Hawley die immer noch anhaltende „Dekonstruktion Amerikas“, die mit der „Dekonstruktion der amerikanischen Männer beginnt und auf ihr beruht“. Die Linke wolle die traditionelle Männlichkeit als toxisch definieren. Sie wolle „die traditionellen männlichen Tugenden – Dinge wie Mut, Unabhängigkeit und Durchsetzungsvermögen – als eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen“.

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Damit habe sie einen „alarmierenden Erfolg“ erzielt: „Die amerikanischen Männer arbeiten weniger, heiraten weniger und haben weniger Kinder. Sie leiden mehr unter Angstzuständen und Depressionen. Sie geben sich mehr der Drogensucht hin“, führt der Republikaner an. In seinem Land befänden sich viele Männer in der Krise und die Zahlen nähmen immer mehr zu.

Und es sei nicht nur eine Krise der Männer, sondern eine Krise für die gesamte Republik. Hawley erläutert in seiner Rede darüber hinaus, wie die linken Eliten in den Universitäten, den Unternehmen, und wie auch Hollywood und die Medien gemeinsam gehandelt hätten, um die Maskulinität zu verunglimpfen. Er sagte: „Hollywood stellt das Thema der toxischen Männlichkeit im Fernsehen und im Kino ad nauseam dar. Und unsere Experten verstärken das noch. Die American Psychological Association meint inzwischen, dass ‚sich an die traditionelle Ideologie der Maskulinität anzupassen, sich als eine Beschränkung der psychischen Entwicklung des Mannes herausgestellt … und die mentale und physische Gesundheit negativ beeinflusst hat ‘. Die Virilität ist eine Krankheit, die bezwungen werden muss.“

Männer im Teufelskreis

Die Folgen seien vorhersehbar. Die Männer stiegen aus dem Arbeitsmarkt aus. Sie verzichteten auf Hochschulbildung. Und – noch schlimmer – die Männer vermeiden es zu heiraten. Hawley erklärt: „Die Ehequote befindet sich im freien Fall. Und das Alter der ersten Ehe steigt weiter an, da die Männer die Bindung immer weiter hinausschieben. Im Jahr 2010 war die Mehrheit der Männer zwischen 25 und 34 noch nicht verheiratet. Seitdem setzt sich dieser Trend fort“. 
Weniger Ehen bedeuteten zugleich weniger Männer im Haus: „Im Jahr 2020 lebten mehr als 18 Millionen amerikanische Kinder ohne einen anwesenden Vater. Das ist mehr als ein Viertel aller Kinder in Amerika. Und vermutlich muss ich Sie gar nicht daran erinnern, dass ein abwesender Vater stark korreliert mit erhöhter Kinderarmut, Kinderdepressionen und schlechten schulischen Leistungen…“.

In Bezug auf all diese negativen Tendenzen fügt Hawley hinzu: „Können wir nach all den Jahren - in denen man den Männern erzählte, dass ihre Männlichkeit das Problem sei – darüber erstaunt sein, dass sich immer mehr Männer in die Enklave des Müßiggangs, der Pornographie und der Videospiele zurückziehen?“ 
Hawley bleibt nicht bei der Analyse der Krise stehen. Er liefert auch Lösungsansätze, wenn er sagt: „Wir müssen eine Wiederbelebung einer starken und gesunden Männlichkeit in Amerika anstreben. Wir brauchen Männer, die Verantwortung auf sich nehmen, Männer, die Familien gründen und sie unterhalten, Männer, die sich in den Bund der Ehe begeben und ihn würdigen. Wir brauchen Männer, die Söhne und Töchter nach ihrem Vorbild erziehen, um die großen Wahrheiten unserer Kultur und Geschichte weiterzugeben und um die Freiheit zu verteidigen“.

Amerika ist keine systematisch repressive Nation

Um dorthin zu gelangen, solle man zunächst „die Lüge zurückweisen, dass Amerika eine systematisch repressive Nation“ sei und dafür Männer „systematisch verantwortlich sind“. Dies sei „Einbildung, ein Wahnwitz, eine Unwahrheit, und wir sollten dies auch als solches bezeichnen“. Zudem sollten „wir den Männern dieser Nation sagen, dass auch ihr Kampf edel ist und dass sie gebraucht werden“. Wir sollten ihnen – so meint Hawley - sagen: „Euer Land braucht Euch. Die Welt braucht Euch. Eure Stärke kann andere frei machen. Eure Kraft kann denen in Not helfen. Eure Kreativität kann neue Wege weisen. Eure Tapferkeit kann die Schwachen verteidigen. Eure Treue kann Söhne und Töchter nach Eurem Bild aufziehen und ihnen den rechten Weg weisen“. Und schließlich müssten wir die deutliche Botschaft senden: „Es gibt keine größere Berufung und keine größere Pflicht, als Kinder aufzuziehen. Und wir sollten alle Männer dazu ermutigen, dies zu verfolgen“.  DT/ks

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