Kooperation

Schutz der Menschenwürde

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und die Päpstliche Universität Gregoriana wollen künftig kooperieren. Im Fokus steht die Sorge um schutzbedürftige Personen.
Professor Gabriele Gien und Professor Nuno da Silva Gonçalves SJ
Foto: Christian Klenk | Die Präsidentin der Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU), Professor Gabriele Gien, und der Rektor der Päpstlichen Universität Gregoriana (PUG), Professor Nuno da Silva Gonçalves SJ, haben kürzlich die Zusammenarbeit ...

Frau Professor Gien, wie kam es zu der Idee einer Kooperation zwischen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Päpstlichen Universität Gregoriana?

Die KU hat ein großes internationales Netzwerk mit inzwischen rund 300 Partnerhochschulen. Einen Schwerpunkt haben wir in den vergangenen Jahren darin gesetzt, unsere Kooperationen zu katholischen Universitäten zu vertiefen. So ist die KU inzwischen Gründungsmitglied in zwei internationalen Konsortien katholischer Universitäten. Eine Zusammenarbeit mit der Gregoriana, der renommiertesten päpstlichen Universitäten in Rom, liegt da auf der Hand. Kontakte gab es schon seit ein paar Jahren. Nun haben wir die Gespräche intensiviert – auch weil wir mit unserem Stiftungsratsvorsitzenden Professor Peter Beer, der inzwischen selbst an der Gregoriana lehrt, einen direkten Kontakt im eigenen Haus haben.

Im Fokus steht eine Zusammenarbeit mit dem neuen „Institut für Anthropologie – Interdisziplinäre Studien zu Menschenwürde und Sorge für schutzbedürftige Personen“ der Gregoriana. Warum wird hierauf der Schwerpunkt liegen und wie könnten die Themen ausgefüllt werden?

Die Gregoriana – und dort insbesondere Professor Hans Zollner – haben eine große Expertise auf dem Gebiet der Prävention und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche entwickelt. Das Centre for Child Protection hat sich über zehn Jahre weltweit einen Namen gemacht – vor wenigen Tagen erst hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Einrichtung besucht. Auch die KU bringt beispielsweise im Fachbereich Psychologie Expertise in diesem Themenfeld ein, etwa in der Forschung zur Bewältigung von Traumata beziehungsweise im Bereich der Traumafolgestörungen. Auch im Zusammenhang mit Flucht und Migration befassen wir uns an der KU mit diesen Fragen. Die Leiterin der Hochschulambulanz der KU, Professor Rita Rosner, ist derzeit zu einem Forschungsaufenthalt an der Gregoriana. Ich denke, dass dies ein gutes Themenfeld ist, um darauf eine Zusammenarbeit der beiden Universitäten aufzubauen.

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Welche weiteren Schwerpunkte sind in der Zusammenarbeit der Universitäten geplant?

Neben der Zusammenarbeit in der Forschung ist unter anderem an Studierenden- und Dozierendenaustausch oder die Entwicklung gemeinsamer E-Learning-Programme gedacht.

Was bedeutet die Zusammenarbeit für die Studenten – wird hierbei der Wechsel zwischen den Universitäten im Vordergrund stehen oder gemeinsame Studienschwerpunkte?

Die Möglichkeit zum Studierendenaustausch ist bei den meisten Hochschulpartnerschaften gegeben. Das streben wir auch in der Kooperation mit der Gregoriana an. Denkbar sind auch standortübergreifende Lehrangebote – aber soweit sind die Planungen noch nicht.

Wie ist der kooperierende Teil der Universitäten mit den übrigen Fächerangeboten verbunden? Stehen hierbei die Geisteswissenschaften im Fokus?

In der Regel erstreckt sich eine Kooperation zwischen zwei Hochschulen grundsätzlich auf alle Fakultäten, das heißt jeder Fachbereich kann die Partnerschaft mit Leben füllen. Es ist aber noch zu früh, um jetzt schon sagen zu können, in welchen weiteren Fachbereichen – jenseits der Zusammenarbeit mit dem Institut für Anthropologie – es gemeinsame Lehr- und Forschungsprojekte geben wird. Die Kooperation muss erst wachsen.

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