Auch die Kulinarik spaltet nach 36 Jahren weiter die Republik. Überquert man bei Lauenburg die auf Erinnerungstafeln markierte innerdeutsche Grenze, ändern sich sofort die Rezepturen. Wer dann in Schwerin beim Altstadtbrauhaus „Zum Stadtkrug“ einkehrt und zum Bier ein Jägerschnitzel bestellt, bekommt eine panierte Scheibe Jagdwurst serviert – die Gäste sind zufrieden. Das DDR-Traditionsgericht kostet mit der obligatorischen, aus Tomatenmark angerührten Sauce und Pommes frites nur 9,90 Euro, ist aber deutlich von dem panierten und gebratenen Stück Schwein zu unterscheiden, das im Westen als Jägerschnitzel den Weg auf den Teller findet.
Panierte Jagdwurst und ein leeres Fischbrötchen
In Mecklenburg-Vorpommern haben die Unpolitischen eine politische Heimat bei der AfD gefunden. Auch ein kulinarischer Wahlkampf-Kniff verhalf der CDU nicht zu genügend Biss.
