Bei parteiinternen Machtkämpfen wird stets irgendwer beschädigt und einer zieht immer den Kürzeren. Aber dass alle verlieren und öffentlich beschädigt werden, ist eine Kunst, in der es Österreichs Sozialdemokraten nach jahrelanger Übung nun zur Meisterschaft gebracht haben. Nachdem der international erfolgreiche Medienmanager Gerhard Zeiler (71) den amtierenden SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler (53) öffentlich herausgefordert hatte, kam nach mehrtägiger Schrecksekunde Bewegung in die intrigenerprobte SPÖ. Das Ergebnis ist rational kaum und psychologisch am besten als Todestrieb der einst mächtigen Sozialdemokratie zu interpretieren: Statt Zeiler zu küren oder Babler zu stärken, haben sich die wahren roten Machthaber – ...
Kein roter Oktober in Österreich
Die SPÖ hat nicht nur weltanschaulich ihren Kompass verloren, sie hat auch ihren Machtinstinkt eingebüßt.
