Es ist nur eine kurze Frage, doch sie hat eine solche politische Sprengkraft, dass die Karten vor den Präsidentschaftswahlen in Brasilien ganz neu gemischt wurden. „Glaubst du, ich sollte am Montag verschwinden?“, fragte Skandalbanker Daniel Vorcaro vor gut einem Monat seinen Gesprächspartner inmitten von Ermittlungen der Bundespolizei. Gerichtet war die Frage an niemand Geringeren als Alexandre de Moraes, Mitglied im Obersten Gerichtshof (STF) in Brasilien. Er gilt als mächtigster Jurist des Landes und war federführend bei der Verurteilung des rechtspopulistischen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs.
Im Würgegriff des Geldes
Amtsinhaber Lula da Silva will Brasilien vier weitere Jahre regieren. Doch sein Wahlkampf versinkt in Korruptionsskandalen – ebenso wie die Kampagne seines Herausforderers Flavio Bolsonaro
