Es sind auch die scheinbaren Äußerlichkeiten, an denen sich derzeit eine Krise des politischen Systems festmachen lässt. Jens Spahn, einst sogar als Ersatzkanzler im Gespräch, grüßte aus dem Vaterschaftsurlaub auf Sardinien, statt an der Sitzung des Bundestags-Haushaltsausschusses teilzunehmen. Und das politische Naturtalent Philipp Amthor wurde dabei gefilmt, wie er auf der Dachterrasse seines Ministerbüros einen Ostsee-Strandkorb aus dem heimischen Usedom aufstellen lässt – für den freien Blick in den Himmel über Berlin. Nach einem unglaublichen Shitstorm wurde das gemütliche Teil jetzt wieder retourniert. Alles nur Ungeschicklichkeiten?
Ich bin der Staat
Diese Botschaft entsteht, wenn sich Stil und Geste vom eigentlichen Souverän, dem Wähler, zu sehr ablösen. Wenn sich das nicht ändert, braucht das Land neue Köpfe und neue Parteien.
