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Es gibt eine iranische Opposition

Ihre Vertreter setzen sich für Glaubens- und Gewissensfreiheit ein. Über die Zukunft des Iran werden keine ausländischen Interventen, sondern nur die Iraner selbst entscheiden.
Demonstration für den Schah-Sohn Reza Pahlavi in Den Haag
Foto: IMAGO/Mouneb Taim (www.imago-images.de) | Demonstration für den Schah-Sohn Reza Pahlavi in Den Haag.

Am 12. Juli stürmten Sicherheitskräfte des Regimes die evangelische St.-Peter-Kirche in Teheran, vertrieben den Gemeindevorstand und auf dem Gelände lebende Familien. Dann beschlagnahmten die Islamischen Revolutionsgarden das Gotteshaus. Diese Aktion war ein Signal. Bereits im Juni hatte der im Exil lebende Exekutivsekretär der Evangelischen Kirche Irans vor einem verschärften Vorgehen der Machthaber gewarnt,. Der Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini hatte 2022 einen landesweiten Aufstand ausgelöst. Mehr als 700 Demonstranten kamen ums Leben. Eine Serie von Hinrichtungen folgte, nationale und religiöse Minderheiten gerieten unter massiven Druck.

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Als Folge des Krieges mit den USA und Israel gelten heute solche Minderheiten als Gegner des Regimes und Unterstützer des Feindes. Aber ihre Unterdrückung offenbart eine entscheidende Schwachstelle der Machthaber, die zwar zuversichtlich sind, feindliche Luftangriffe überstehen zu können, gleichzeitig aber die Opposition im Innern fürchten. Westliche Regierungen haben die brutale Härte des Regimes und seine grausame Verfolgung der Opposition lange mit der vermeintlich realpolitischen Begründung ignoriert, es gebe im Iran keine überzeugende politische Alternative. Stattdessen komme es auf Reformkräfte innerhalb der Regierung an.

Welche Kräfte es zu stützen gilt

Dennoch sind institutionelle und programmatische Konturen einer ernstzunehmenden Opposition erkennbar. So hat etwa der Nationale Widerstandsrat des Iran unter seiner Präsidentin Maryam Rajavi einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, der nach dem Sturz der Diktatur zur Gleichberechtigung aller Bürger unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit führen soll.

Über die Zukunft des Iran werden keine ausländischen Interventen, sondern nur die Iraner selbst entscheiden. Wer dem Land und seinen Menschen helfen will, sollte jene Kräfte unterstützen, die überzeugend für die Religions- und Gewissensfreiheit des Einzelnen und den Schutz von Minderheiten eintreten.


Lord Alton ist Mitglied des britischen House of Lords, Hans-Ulrich Seidt, Botschafter a. D., war Leiter der Kultuarbeiteilung und Chefinspekteur des deutschen Auswärtigen Amtes. 

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