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Schöner Strom

Entlang der „schönen blauen Donau“ gibt es einiges zu entdecken. Eine Tour führt zu malerischen Orten, steilen Rebhängen und alten Burgen. Mit dem Kloster Melk erreicht man das Tor zur Wachau. 
Die schöne blaue Donau kann, wie hier in der Wachau, auch grün aussehen.
Foto: Annette Frühauf | Die schöne blaue Donau kann, wie hier in der Wachau, auch grün aussehen.

Auch in Regensburg hinterlässt die Donau ihre Spuren. Die uralte Brücke über den Fluss stammt aus dem Mittelalter und ist eine der ältesten Brücken Deutschlands. Kein Wunder, dass die Steinerne Brücke das Wahrzeichen der Stadt ist. Sie verbindet die historische Altstadt mit dem Stadtteil Stadtamhof. Inzwischen ist die Brücke mit dem Brückenmännchen nur noch für Fußgänger zugänglich. Durch die mittelalterlichen Gässchen und über pittoreske Plätze der Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe gehört, kann man bis zum Domplatz mit dem Dom St. Peter schlendern. Der gotische Bau zählt zu den wichtigsten sakralen Bauwerken in Deutschland und mit den beiden Türmen ist er weithin sichtbar.

Nur knapp 30 Kilometer ist Passau entfernt, bekannt als die Drei-Flüsse-Stadt. Hier treffen drei Gewässer aus gleich drei Himmelsrichtungen aufeinander. Wo sich Inn, Ilz und Donau mischen, bietet sich ein Naturschauspiel. Zu Füßen der Burganlage Niederhaus fließt zunächst, flussabwärts betrachtet, das schwarze Wasser der aus einem Moorgebiet stammenden Ilz von links in die „blaue Donau“ und kurz danach von rechts der grünlich schimmernde Inn der Donau zu. Da die Donau die meiste Zeit des Jahres mehr Wasser trägt, heißt der weitere Wasserverlauf Donau. Die geringen Wasserstände der Flüsse schwächen auch das Farbenspiel am Dreiflüsse-Eck. Über den Residenzplatz kommt man bis zum Dom St. Stephan. Er gilt mit seinen beiden weißen Türmen und der italienischen Prägung als maßgebende Barockkirche nördlich der Alpen. Im prunkvollen Inneren steht die größte Domorgel der Welt – mit über 17 .900 Pfeifen und 233 Registern. Zum Eis essen lädt die Promenade am Inn ein – mit Blick auf die Maria-Hilf-Kirche. Im September findet in Passau die Herbstdult statt, ein Volksfest zum Abschluss der Festsaison, die die Maidult eingeleitet hat.

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Knapp 80 Kilometer sind es am Wasserlauf entlang ins österreichische Linz. Hier macht die Donau eine Biegung und wechselt ihre Richtung. Direkt am Flussufer liegen das Brucknerhaus, in dem Konzerte stattfinden, das Ars Electronica Center und das Lentos Kunstmuseum. Den Bogen von der Stahl- zur Kulturstadt kennzeichnen die großformatigen Metallskulpturen vom forum metall im Donaupark, der an einem schönen Herbsttag einen Besuch lohnt. Ein Spaziergang entlang der Donau führt zum Industriehafen Mural Harbor. Hier kann man bei einer Führung mehr über das Projekt Urban Art erfahren, das Kunst in Szene setzt. Der Linzer Hauptplatz ist einer der größten Saalplätze Europas und bildet das barocke Zentrum der Landeshauptstadt von Oberösterreich. Hier stehen das Alte Rathaus, die Linzer Kunstuniversität und das Feichtinger-Haus, das das berühmte Glockenspiel beherbergt. Die wohl bekannteste Linzer Torte isst man in der Konditorei Jindrak, die es aber auch in anderen Kaffeehäusern gibt.

Christianisierte Heroen

100 Kilometer weiter an der Donau entlang liegt Melk – das Tor zur Wachau. Melk ist vor allem bekannt durch das gleichnamige Stift. Wer die Stadt besser kennenlernen möchte, folgt einem der Themenwege durch das geistliche und kulturelle Zentrum. Überall ist die Spiritualität der Benediktiner spürbar. Das Stift Melk zählt zu den schönsten und größten einheitlichen Barockensembles Europas. Nicht nur die prachtvolle Architektur, sondern auch die Gärten sind sehenswert. Durch die weitläufige Klosteranlage gibt es verschiedene Führungen. Über die Kaiserstiege mit den reich verzierten Säulen kommt man in den Kaisertrakt, der knapp 200 Meter lang ist. Das Deckenfresko des Marmorsaals zeigt Pallas Athene auf dem Löwenwagen als Symbol der Weisheit und des rechten Maßes. Herkules symbolisiert die notwendige Gewalt, um als Sieger über den dreiköpfigen Höllenhund, über Nacht und Sünden, hervorzugehen. Die weltberühmte Stiftsbibliothek ist einer der Höhepunkte des Rundganges. Sie besteht bereits seit der Gründung des Melker Klosters im Jahre 1089. Die Stiftskirche der barocken Klosteranlage birgt im linken Seitenaltar in einem Sarkophag die Gebeine des heiligen Koloman. Der rechte Sarg ist dem heiligen Benedikt geweiht, der allerdings leer ist.

Durch die Wachau geht es nach Dürnstein, dem vielleicht romantischsten Ort der Wachau, der direkt oberhalb der Donau liegt. Die Abendsonne bringt die Reben zum Leuchten, deren Blätter bereits gelb, rot und orange verfärbt sind. Das Stift im Zentrum ist klein im Vergleich zu Melk, hebt sich aber mit dem blauen Turm der barocken Kirche von den umstehenden Gebäuden ab. Eine Wanderung bietet sich zur Ruine Dürnstein an, die über dem Ort thront. Hier wurde von 1192 bis 1193 der englische König Richard Löwenherz gefangen gehalten. Die berühmte Ruine ist frei zugänglich und der Ausblick über den Ort, die Weinberge und das Donautal ist beeindruckend.

Bei einer Wanderung in Richtung Unter- und Oberloiben kommt man bei einigen Winzern vorbei, auch beim Weingut Leonhartsberger. Hier schmeckt nicht nur der Grüne Veltliner frisch und fruchtig, sondern auch der Wein von Muskateller- und Riesling-Reben schmeichelt dem Gaumen beim Verkosten. In den kleinen Gassen von Dürnstein gibt es Schokolade und verschiedenste Marillen-Produkte. Zum Glas Veltliner schmecken in der Schloss Greisslerei Geselchtes, geräucherter Schinken und zum Abschluss ein Marillenschnaps. Die Wachauer Marille ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung für Aprikosen aus dem Gebiet der Wachau und einiger angrenzender Gemeinden Niederösterreichs.

Gotik trifft auf Renaissance und Barock

Im kleinen Ort Dürnstein trifft Gotik auf Renaissance und Barock – eine spannende Kulisse aus pittoresken Bürgerhäusern, Stift und Restaurants. Zu einem Frühstück zu zweit lädt das Hotel und Restaurant Schloss Dürnstein ein. Die Etagere mit den süßen und salzigen Köstlichkeiten in Form kleiner Brote, Kuchen und regionaler Spezialitäten ist grandios – mit Logenblick auf die träge dahinziehende Donau. Bis im Herbst fahren Boote ihre Passagiere von der linken auf die rechte Donauseite. Doch auch hier ist der Pegel im Herbst, nach den historischen Tiefständen im Juli und August, viel zu niedrig, was vor allem die Güterschifffahrt einschränkt. Die höheren Wassertemperaturen machen allerdings auch den Fischen zu schaffen.

Krems, das knapp zehn Kilometer entfernt ist, gilt als eine der ältesten Städte Österreichs. Das Stadtrecht wurde 1305 für Krems und Stein urkundlich gesichert. Diese lange Stadtgeschichte war auch immer eng mit der Donau verwoben und spiegelt sich in den beiden Altstädten wider, die seit dem Jahr 2000 gemeinsam mit der Wachau als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet sind. Beim Spaziergang durch Krems geht es an Kirchen vorbei, über kopfsteingepflasterte Plätze und durch kleine Gassen. Wenn das Herbstwetter einmal nicht so golden ist, bieten Museen der Kunstmeile Krems Kulturerlebnisse. Auch in Krems kommt man am Wein nicht vorbei und es gibt Winzer, Bars und Restaurants, in denen man den typischen Grünen Veltliner probieren kann. In der Ferne, am Südufer, steht das Benediktinerstift Göttweig. Unübersehbar thront es auf über 420 Meter Höhe am östlichen Rand des Donautales, ebenfalls seit 2000 Weltkulturerbe. Im Benediktinerstift – aufgrund seiner großartigen Berglage auch das „Österreichische Montecassino“ genannt – leben noch über 30 Mönche. Von hier oben erscheint der zweitlängste Fluss Europas klein und schmal. In der Wachau gibt es die letzten freien Fließstrecken der Donau in Österreich. Dank der naturbelassenen, unbebauten Flussabschnitte entwickelten sich wertvolle Auenlandschaften mit seltenen Tier- und Pflanzenarten.


Die Autorin ist freie Journalistin mit dem Schwerpunkt Reisen.

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Annette Frühauf Richard I. König von England

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