Jonas und Emma sitzen im Wohnzimmer und schauen sich ein Fotoalbum an. Dabei lachen sie laut. Opa kommt herein: „Hier geht es ja recht lustig zu!“ „Oh ja“, sagt Emma, „Opa, warum hast du gerade dieses Album rausgeholt?“ „Weil es im Sonntagsevangelium um eine Hochzeit geht“, antwortet Opa, „Jesus erzählt wieder ein Gleichnis: ‚Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete.‘ Was macht man vor einer Hochzeit?“ Sofort ruft Emma: „Die Braut kauft sich ein super schönes weißes Kleid, wie Mama eines hatte.“ Jonas überlegt nicht lange: „Man bestellt ein leckeres Essen!“
„Richtig“, sagt Opa, „zur Hochzeit eurer Eltern hatten wir alle Verwandten und Freunde eingeladen. Es war sehr schön. Aber zurück zum Gleichnis: Der König schickt seine Diener, um die Gäste einzuladen. Leider lehnen sie alle ab.“ „Warum? Eine Hochzeit ist doch toll, besonders wenn ein König einlädt“, meint Emma. Opa wird traurig: „Die Gäste meinen, sie hätten etwas Besseres zu tun. ‚Der eine geht auf seinen Acker, der andere in seinen Laden.‘ Der König hat schon zweimal seine Diener geschickt, ohne Erfolg. Wird er aufgeben?“
„Wenn der König Gott ist, bestimmt nicht“, sagt Jonas. Opa nickt: „Ja, der König ist Gott, er gibt nicht auf. Zum dritten Mal gehen die Diener hinaus und laden alle ein, die sie treffen. Der Saal wird voll, das Fest kann beginnen.“ Emma denkt laut nach: „Wenn der König Gott ist, dann ist sein Sohn Jesus. Jesus hat keine Frau. Wer ist die Braut mit dem weißen Kleid?“ Opa freut sich über die Frage: „Die Braut ist die ganze Kirche, die Gemeinschaft der Christen. Alle sind zum Festessen eingeladen.“
Jesus lädt uns alle ein
„Und wann findet es statt? Erst im Himmel?“ fragt Jonas. Opa lächelt: „Im Himmel wird das Festessen ohne Ende sein, aber es beginnt schon hier. Jede heilige Messe ist ein Festessen. Manchmal sagt der Priester vor der Kommunion: ‚Selig, die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind.‘ Jesus lädt uns ein, aber nicht alle wollen daran teilnehmen. Einige schlafen lieber aus.“ „… oder gehen zum Fußball“, fügt Jonas hinzu.
„Man braucht also kein weißes Kleid“, sagt Emma enttäuscht. Opa erwidert: „Im Gegenteil, das Hochzeitskleid ist absolut notwendig, aber man findet es nicht in einem Laden. Es ist ein reines Herz, das offen ist und Jesus liebt. Wenn wir Gutes tun, sorgen wir dafür, dass unser Kleid für den Himmel schön wird.“ Da freut sich Emma: „Ich will für den König arbeiten und viele zum Festessen einladen!“
Die Autorinnen sind Mitglieder der Gemeinschaft Notre-Dame de Vie.
Auflösung zum Bibel-Quiz:
Was richtet der König für seinen Sohn aus? – Die Hochzeit
Wo sollen die Diener nach Gästen suchen? – An den Kreuzungen und in den Straßen
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