Der Journalist Bill Moyers fragte 1973 die afroamerikanische Schriftstellerin, Dichterin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou, ob weiße Kritiker das Recht hätten, schwarze Künstler zu beurteilen. „Gewiss haben sie ein Recht“, antwortete sie. Es wäre aber hilfreich, wenn sie verstünden, wovon sie reden. Sie erklärte es am Hüpfspiel: Himmel und Hölle gehe überall da-da-da, in Harlem aber liefen Gegenrhythmen mit. Anders als auf der Park Avenue oder in Pacific Heights stampften die Kinder dort „Dadadatadatam“. Der weiße Kritiker werde die sozialen Bezüge sehen und das Wesentliche verstehen. „Aber hören wird er es nicht.“ Gefährlich sei es, ihn zum Maß aller Dinge zu machen.
Kulturkrampf und Kulturkampf
Der Zoff beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb zeigt, wie stark die Literaturkritik um die Vielfalt ihrer kritischen Ansätze ringt. Nun befeuert der Ex-Juror Philipp Tingler die Debatte neu.
