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Vertrauen in Gottes Vorsehung

Gott wandelt Schlechtes zum Guten: Das ungehorsame Volk Israel vertreibt er aus dem Weinberg, um ihn seiner Kirche zu geben. Ähnlich greift er noch heute in der Welt ein.
Weingarten in der Nähe von Würzburg
Foto: Imago | Das Volk Israel ist vergleichbar mit einem Weinberg: Gott hegt und pflegt es, aber es bringt keine Frucht. So lässt Gott den Weinberg verwildern.

Die erste Lesung und das Evangelium werden geprägt vom Bild des Weinbergs. Jesaja führt dieses Bild ein, um das Volk des Alten Bundes zu beschreiben. Gott hegt und pflegt es, aber es bringt keine Frucht. So lässt Gott den Weinberg verwildern. Jesus Christus nimmt dieses Bild auf und entwickelt es weiter. Das Volk Israel verwirft nicht nur den Gott des Alten Bundes und dessen Propheten, es verweigert sich auch dem letzten Gesandten Gottes. Denn der Menschensohn wird ebenfalls verworfen. Er wird aus dem Weinberg vertrieben und erschlagen. Aber auch diese letzte Untat ist umfangen von Gottes Vorsehung. Sie bewirkt, dass der Weinberg einem anderen Volk anvertraut wird – dem neuen Volk Gottes, der Kirche. Sie erbt ihn und pflegt ihn auf ihrem Weg durch die Zeit.

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Die Widersetzlichkeit des Menschen gegen Gottes Ordnung ist somit eines der Themen, mit denen die erste Lesung und das Evangelium konfrontieren wollen. Schon in Adam und Eva vorweggenommen, erträgt es der Mensch nicht, wenn ihm Vorschriften gemacht werden. Man kann die ganze Menschheitsgeschichte aus diesem Blickwinkel lesen. Nicht bloß das Volk Israel ist ungehorsam. Paulus warnt die Christen davor, sich als „Herren über den Glauben“ aufzuspielen. Nicht immer widerstehen sie der Versuchung. Und der Wunsch, wie Gott zu sein, manifestiert sich bis zum heutigen Tag in Kriegen, Abtreibung, gentechnischer Eugenik und Größenwahnsinn.

Durchs Sein Zeugnis sein

So kann es nicht verwundern, dass schließlich das auserwählte Volk selbst zum Ziel der Vernichtung werden sollte. Papst Benedikt XVI. hat in seiner Ansprache im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau vom 28. Mai 2006 darauf hingewiesen: „Im tiefsten wollten jene Gewalttäter mit dem Austilgen dieses Volkes den Gott töten, der Abraham berufen, der am Sinai gesprochen und dort die bleibend gültigen Maße des Menschseins aufgerichtet hat. Wenn dieses Volk einfach durch sein Dasein Zeugnis von dem Gott ist, der zum Menschen gesprochen hat und ihn in Verantwortung nimmt, so sollte dieser Gott endlich tot sein und die Herrschaft nur noch dem Menschen gehören – ihnen selber, die sich für die Starken hielten, die es verstanden hatten, die Welt an sich zu reißen.

Mit dem Zerstören Israels, mit der Schoah, sollte im Letzten auch die Wurzel ausgerissen werden, auf der der christliche Glaube beruht und endgültig durch den neuen, selbstgemachten Glauben an die Herrschaft des Menschen, des Starken, ersetzt werden“. Auch diese Verbrechen waren Frucht des menschlichen Stolzes. Gleichwohl darf man nie vergessen, dass über allem die Vorsehung Gottes waltet, damals wie heute.

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