Seit einigen Jahren fahre ich mit den Maltesern nach Lourdes. Ich bin Chirurg, und doch fahre ich nicht als Arzt dorthin. Das mag zunächst widersprüchlich klingen, begleitet mich mein Beruf doch seit Jahrzehnten: die Verantwortung für Patienten, die Frage, was medizinisch möglich ist, und zuweilen die Erkenntnis, dass unsere Möglichkeiten Grenzen haben. In Lourdes aber versuche ich, eine andere Rolle einzunehmen: Ich bin einer von denen, die einen Kranken begleiten, ihm beim Ankleiden helfen oder einfach neben ihm sitzen und zuhören. Für eine kurze Zeit vergesse ich die akademische Medizin mit ihren neuen Grenzgebieten – Robotik, Künstliche Intelligenz, erweiterte Realität.
Der Mensch ist mehr als seine Befunde
Wunder im Alltag: Die Medizin schaut in Lourdes genau hin. Was es für mich bedeutet.
