Österreich gilt als Inbegriff der Gemütlichkeit, der Walzer- und Schrammelseligkeit. Genau das, dieses „gemütliche Siechtum“, wie er es nannte, empörte den scharfzüngigen österreichischen Satiriker Karl Kraus, genauso wie Franz Ferdinand von Österreich-Este, dessen Größe Kraus erst nach dem Attentat von Sarajevo erkennen sollte. Der Thronfolger platzte vor Ungeduld und vor allem vor Wut über die Dummheit und die Passivität, die er um sich herum wahrnahm. Der Erzherzog wäre „kein Grüßer“ gewesen, so Kraus in seinem Aufsatz „Franz Ferdinand und die Talente“, der am 10. Juli 1914 in der „Fackel“ erschien. Der „alte Kaiser“, der bis heute als Verkörperung der österreichischen ...
Keiner denkt an Franz Ferdinand – sollten wir aber
Zugegeben, es war kein runder Jahrestag. Aber die Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand vor 112 Jahren war der Auslöser für den Ersten Weltkrieg.
