Es sind nur ein paar Absätze, die Leo XIV. in seiner KI-Enzyklika „Magnifica Humanitas“ der Lehre des gerechten Krieges widmet. Was der Papst dort schreibt, ist aber von einer großen dogmatischen Sprengkraft und hat das Potenzial, nicht nur für Verwunderung, sondern auch für Verwirrung zu sorgen. In der englischen Fassung heißt es, es sei wichtig zu bestätigen, dass die Theorie des gerechten Krieges überkommen („outdated“) sei. In der offiziellen deutschen Übersetzung des Dokuments ist – den Sinn leicht abändernd – von einer „Überwindung“ der Lehre des gerechten Krieges die Rede.
Das Ende des gerechten Krieges?
Laut Papst Leo XIV. ist die Theorie des „gerechten Krieges“ veraltet. Doch die Lehre vom „bellum iustum“ war jahrhundertelang katholische Doktrin. Hat sich die unfehlbare Kirche geirrt?
