Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kinderimpuls

Das Bild auf der Münze – und das Bild in uns

Was meint Jesus mit seinem berühmten Satz: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört – und Gott, was Gott gehört“? Die Auflösung findet ihr hier.
Kinderimpuls zu Mt 22,15–21
Foto: Peter Esser | Gebt Gott, was Gott gehört! Ein Impuls für Kinder zu Matthäus 22,15–21.

Ein kühler Oktobermorgen. Jonas und Emma sitzen mit Opa am Küchentisch. Draußen nieselt es, drinnen duftet es nach Kakao. Jonas hat seine Spardose geleert und sortiert Münzen, denn bald ist Weltspartag. „Opa“, fragt er, „warum sind auf manchen Münzen eigentlich Gesichter drauf?“
Opa nimmt eine der Münzen in die Hand. „Auf deinen Münzen sind bekannte Persönlichkeiten oder Zeichen unseres Landes. Sie erinnern daran, wer für den Staat Verantwortung trägt.“

Lesen Sie auch:

Er hält kurz inne. „Zur Zeit Jesu war auf den römischen Münzen das Bild des Kaisers – und oft stand dabei: Sohn des göttlichen Augustus. Der Kaiser wollte wie ein Gott verehrt werden.“ Emma runzelt die Stirn. „Das ist doch falsch.“ „Da hast du recht“, sagt Opa. „Und deshalb war die Frage, die die Pharisäer an Jesus richteten, gar nicht ungefährlich. Sie wollten von ihm wissen: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen? Das war eine Fangfrage. Wenn Jesus Ja gesagt hätte, hätten sie ihn für einen Verräter gehalten. Hätte er Nein gesagt, wäre er als Aufrührer bestraft worden.“ Jonas staunt. „Ganz schön gemein.“ „Ja“, sagt Opa. „Jesus aber durchschaut das. Er lässt sich eine Münze zeigen und fragt: Wessen Bild und Name sind darauf?“ „Vom Kaiser“, antwortet Emma schnell.

Wir tragen das Bild Gottes im Herzen

„Genau“, sagt Opa. „Dann sagt Jesus den berühmten Satz: Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört – und Gott, was Gott gehört.“ Emma überlegt. „Also gibt es zwei Bereiche?“ „Ja“, sagt Opa. „Jesus unterscheidet klar: Es gibt Dinge, die zum Staat gehören – zum Beispiel Steuern, Regeln und Ordnung. Die sollen wir achten.“ Jonas fragt: „Und was gehört Gott?“ Opa legt seine Hand auf Jonas’ Schulter. „Nicht Münzen. Sondern wir selbst. Denn wir tragen nicht das Bild des Kaisers, sondern das Bild Gottes im Herzen.“

Emma lächelt. „Also gehört unser Herz Gott.“ „Genau“, bestätigt Opa. „Jesus sagt: Lebt ehrlich in der Welt – aber vergesst nie, wem ihr wirklich gehört.“ Jonas räumt die Münzen zurück in die Spardose und meint mit einem verschmitzten Lächeln: „Ich gehöre auch lieber Gott als einem Kaiser oder einem verstorbenen Politiker …“

Der Autor ist Mitglied der Ordensgemeinschaft der Servi Jesu et Mariae und als Seelsorger in der Familien- und Jugendarbeit tätig.


Auflösung zum Bibel-Quiz:

Welches Bild ist auf dem Denar? – Das Bild des Kaisers
Was soll man Gott geben? – Was ihm gehört

Jetzt die „Tagespost" abonnieren und nichts mehr verpassen.

Themen & Autoren
Martin Linner Augustus Jesus Christus

Weitere Artikel

Immer nur dasselbe beten? Klingt öde – aber probier es mal aus! Der Rosenkranz kann vieles verändern und Herzen bewegen.
08.10.2026, 05 Uhr
Martin Linner
Gott vertraut uns viel an – er will aber nicht, dass wir alles für uns behalten. Die Auflösung des Bibel-Quiz aus der „Tagespost“ findet ihr am Ende des Impulses.
01.10.2026, 07 Uhr
Martin Linner
Vor 1550 Jahren ging Westrom unter: Der Kind-Kaiser Romulus Augustulus wurde durch den Germanen-Führer Odoaker abgesetzt. Historische Parallelen zur Gegenwart drängen sich auf.
20.09.2026, 19 Uhr
Dirk Weisbrod

Kirche

Kurienkardinal Luis Antonio Tagle ist neuer Dekan des Kardinalkollegiums. Einst galt er als charismatischer Hoffnungsträger. Doch konnte er die Erwartungen in Rom erfüllen?
15.10.2026, 11 Uhr
Guido Horst
Papstreise trotz Krebsdiagnose? Wenn Leo XIV. trotz Erkrankung seine anspruchsvolle Pflicht erfüllt, erweist er dem öffentlich angeschlagenen Ansehen des Bischofsamtes einen Dienst.
14.10.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Die Schwachen begleiten und nicht an Idealen messen: Das Bischofstreffen in Rom hat die Wende bekräftigt, die Papst Franziskus mit dem postsynodalen Schreiben von 2016 vollzogen hat.
14.10.2026, 08 Uhr
Guido Horst