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Im Westen zu viel Neues

Mit ungefähr 2000 Rednern bringt die dritte Konferenz der Alliance for Responsible Citizenship Konservative zusammen.
Konstantin Kisin und Ayaan Hirsi Ali au der ARC
Foto: Imago/Parsons Media | Konstantin Kisin im Gespräch mit Ayaan Hirsi Ali.

Bereits zum dritten Mal fand in London die Alliance for Responsible Citizenship (ARC) statt. Rund 200 Redner aus den Bereichen Politik, Business, Technologie und Kultur sprachen unter dem Titel „The Age of Reconstruction“ zu rund 4 000 Teilnehmern.Auf der vielseitigen Rednerliste standen Sprecher wie der New-York-Times-Kolumnist Ross Douthat, der Pilot der Artemis-II-Mission Victor Glover, der frühere Vizepräsident Nigerias Yemi Osinbajo, der kanadische Ikonenschnitzer und Autor Jonathan Pageau oder auch der ehemalige Brexit-Anführer und aktuelle Chef von „Reform UK“ Nigel Farage. Aus dem deutschsprachigen Raum waren unter anderem Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner, der Gründer des Gebetshauses Augsburg Johannes Hartl und die österreichische ÖVP-Abgeordnete Gudrun Kugler anwesend.

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Konstantin Kisin vom beliebten „Triggernometry“-Podcast hatte gleich zwei Auftritte. Bei einem Vortrag zum Thema Freiheit betonte er die Bedeutung der Tugend. Ohne sie sei der Mensch gefügig, wenn der Staat ihn zwinge, das Falsche zu tun. Kisin betonte, es werde Jahrzehnte dauern, die Lage zu ändern, denn Generationen von Westlern sei beigebracht worden, ihre eigene Zivilisation zu hassen.

Außerdem führte Kisin ein Gespräch mit der Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali. Nachdem sie vor einer Zwangsehe aus ihrer Heimat Somalia in die Niederlande geflohen war, wurde sie zunächst zur Atheistin und später zur Christin. Im Gespräch mit Kisin beklagte sie, dass in den letzten 30 Jahren in westlichen Gesellschaften Kräfte entstanden seien, die sich entweder dem Kommunismus verschrieben hätten oder aus muslimischen Ländern stammten und „hier den Islamismus etablieren“ wollten, ganz nach dem Motto: „Lasst uns diese westliche Zivilisation dekonstruieren.“

Mehrfach kam auch der massive Anstieg des weltweiten Antisemitismus zur Sprache. Springer-Chef Döpfner bezeichnete ihn als „Schande unserer Zeit.“ Die Probleme des Antisemitismus sind in Großbritannien seit dem 7. Oktober 2023 so intensiv, dass die Polizei vor zwei Monaten mit einem neuen „Community Protection Team“ eine eigene Einheit zum Schutz von jüdischen Gemeinden in London gegründet hat. 100 speziell ausgewählte Beamte sollen für die Sicherheit sorgen. Sagi Barmak, Chefredakteur des israelischen Mediums Hashiloach, lobte die ARC-Konferenz gegenüber der „Tagespost“: „Der dort zum Ausdruck gebrachte Konservatismus steht sowohl dem Judentum als auch dem Staat Israel äußerst wohlwollend gegenüber.“

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Britische und internationale Medien bezeichneten die ARC immer wieder als „Anti-Woke-Davos“. Mit Blick auf die Rednerliste ist der Vergleich wohl übertrieben, denn aktive Präsidenten und Regierungschefs findet man hier nicht. Aber auch diese Veranstaltung basiert natürlich auf der Idee, die Gesellschaft durch die Vernetzung einflussreicher Leute zu verändern, nur eben, dass sich hier konservativ gesinnte Menschen zusammenfinden.


Der Autor ist Journalist aus Wien

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