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Lasst uns Bäume pflanzen!

Das Stadtgrün welkt bei anhaltender Trockenheit vor sich hin. Jetzt sind auch die Kirchengemeinden gefordert.
Zur Hitzewelle in Deutschland
Foto: Brinkermedia | Tankwagen sorgen derzeit in den Städten dafür, dass Bäume mit Wasser versorgt werden.

Heiß hat seinen Preis. Die deutsche Wirtschaft rechnet pro Tag einer Hitzewelle mit Zusatzkosten von über 400 Millionen Euro. Fehlstunden als Hitzefolge und technische Ausfälle bei Produktion und Logistik sind die wichtigsten Gründe. 

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Kaum sofort erkennbar, aber umso dramatischer sind die Klimafolgen in den Kommunen. Während allerorten große und teure Programme zur klimafreundlichen Stadtbegrünung laufen, ist die Baumbilanz dennoch verheerend. In Würzburg – die Stadt zählt zu den trockensten Deutschlands – gehen jährlich fast eineinhalb Tausend Bäume ein. Und für ganz Bayern hat der BUND Naturschutz hochgerechnet, dass jährlich etwa 30.000 Stadtbäume gefällt werden, die der Trockenheit im wahrsten Sinne des Wortes nicht gewachsen sind. In der Hauptstadt Berlin fielen dem Extremwetter innerhalb von drei Jahren rund 7.000 Straßenbäume zum Opfer.

Bürgersinn ist gefordert

Die laufenden Baumpflanzprogramme zeigen immer mehr, dass der Aufwand dafür kaum noch zu stemmen ist. Die Stadt Mannheim beispielsweise hat ihr ambitioniertes 1.000-Bäume-Programm aus Kostengründen zusammengestrichen, dabei benötigt gerade die heißeste Stadt Deutschlands dringend mehr Grün, um dem Klimawandel eine angepasste Vegetation entgegenzusetzen, die Schatten spendet und die Menschen aufatmen lässt.

Eine neue Baumscheibe kostet ca. 3.000 bis 5.000 Euro, bei hohen Entsiegelungskosten und schwierigem Bodenbefund deutlich mehr. Eine Stadt, die im Zentrum 1.000 neu Bäume   pflanzen will, muss dafür mindestens 40 Millionen Euro im Haushalt einstellen. Für die meisten Städte ist das schwierig, für viele unmöglich, zumal die gärtnerischen Folgekosten nicht berücksichtigt sind.

Hier ist Bürgersinn gefordert: Ein flächendeckendes Programm von Baumpatenschaften könnte den Bürgersinn neu herausfordern und die sich im Wandel befindende Stadtgesellschaft motivieren und mobilisieren. Aber auch die Kirchen verfügen über erhebliche Flächen im Siedlungsraum – Friedhöfe, Gärten, Außenanlagen, ungenutzte Freiflächen. Das staatsnahe „Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz“ weist ausdrücklich darauf hin, dass Kirchen ihre Flächen vielfältig und nachhaltig gestalten können – darunter die Entsiegelung von Hitzeinseln oder Pflanzung und Erhalt schattenspendender Bäume. Über das Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen" können Maßnahmen auf Kirchengrund gefördert werden – kirchliche Akteure können dieselben Fördertöpfe anzapfen wie Kommunen.

Hier können lebendige Gemeinden zeigen, was in ihnen steckt. Sicher finden sich überall Junge und noch rüstige Ältere und ganze Familien, die sich an Pflanzaktionen beteiligen und anschließend die nachsorgende Patenschaft für „ihren“ Baum übernehmen. Ein Baum zur Geburt, zur Kommunion und zur Firmung auf dem Grund und Boden einer städtischen Kirchengemeinde: Was wäre das für ein schönes Zeichen. Lasst uns Bäume pflanzen!

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Henry C. Brinker

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