Im Blickpunkt

Frauendiakonat light?

In einem Podcast hat Augsburgs Bischof Bertram Meier über einen nicht-sakramentalen Diakonat für Frauen nachgedacht. Dagegen spricht nichts. Denn an der Einheit des dreigliedrigen Weihesakramentes will der Bischof nicht rütteln.
BischofMeier hat über einen nicht-sakramentalen Diakonat für Frauen nachgedacht
Foto: Annette Zoepf via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Ausburger Bischof Bertram Meier dachte in einem Podcast der "Augsburger Allgemeinen" über"eine Beauftragung für den diakonischen Dienst für Frauen, aber auch geformt mit eigenem Profil" nach.

Im Plauderton hat sich Augsburgs BischofBertram Meierjetzt für den Diakonat light für Frauen ausgesprochen. In einem Podcast der „Augsburger Allgemeinen“ dachte er über „eine Beauftragung für den diakonischen Dienst für Frauen, aber auch geformt mit eigenem Profil“ nach. Das klang zugegebenermaßen noch arg nach Frühstadium der Nachdenklichkeit und wenig präzise.

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Keine Änderung der dreigliedrigen Weihesakramente

In der Presse wurde dann auch prompt der Eindruck erweckt, Meier sei offen für den sakramentalen Diakonat für die Frau. Doch das geben seine im spontanen Gespräch entwickelten Äußerungen nicht her. Letztes Jahr jedenfalls meinte er noch, der Diakonat der Frau „widerspräche der Einheit des dreistufigen Weihesakraments, das ja auch Priester- und Bischofsamt umfasst. Wie sollte man erklären, dass Frauen nur die erste Stufe erklimmen dürften, die der Dienerin? Das könnte die Problematik der Rolle der Frau in der Kirche noch verschärfen, wenn es hieße: Zum Dienen sind sie gerade gut genug.“

Im Podcast betonte Meier auch jetzt, die Entscheidung Johannes Pauls II. in Ordinatio sacerdotalis sei definitiv, also endgültig. Wie bei einem Urteil könne man über die Begründung streiten, aber das Urteil sei ergangen. Dass er dabei „endgültig“ im Gespräch durch „im Moment“ relativierte, ist wohl der Gesprächssituation mit dem für die katholische Kirchenverfassung wenig Verständnis aufbringenden Kirchenredakteur der „Augsburger Allgemeinen“ Daniel Wirsching und dem evangelischen Regionalbischof geschuldet. Wie „endgültig“ etwas „im Moment “ Geltendes sein kann, wollte der Bischof dieser Zeitung gegenüber auf Nachfrage zwar nicht erklären. Über seinen Sprecher ließ er aber mitteilen, dass es ihm ein Anliegen sei, „dass die vielfältigen Aufgaben, die Frauen erfüllen, von der Kirche noch mehr Wertschätzung erfahren. Daher kann er sich ein eigenes Dienstamt, zu dem Frauen – vor allem im diakonischen Feld – beauftragt werden, vorstellen. An der Einheit des dreigliedrigen Weihesakramentes will der Bischof nicht rütteln“.

Dienstamt wird Debatte um Frauenweihe nicht befrieden

Gegen den bereits von verschiedener Seite gemachten Vorschlag des Bischofs eines nicht-sakramentalen, rein kirchlicher Stiftung entspringenden Dienstamts für Frauen spricht natürlich nichts. Warum soll es nicht eine formelle kirchliche Beauftragung geben – etwa analog zur missio canonica von Religionslehrern, die im Auftrag der Kirche lehren? Die Caritas der Kirche trägt meist ein weibliches Gesicht. Es war auch folgerichtig, dass Papst Franziskus Frauen im Januar als ordentliche Empfänger zum Akolythen- und Lektorendienst zuließ – wie es schon richtig war, Mädchen als Messdiener zuzulassen. Argumente dagegen, wie etwa, dass diese Dienste auf das Priestertum hingeordnet seien, wie es durch die abgeschafften niederen Weihen zum Ausdruck gekommen war, lassen sich nicht halten.

Es ist indes wenig vorstellbar, dass Meiers Vorschlag die Debatte um die Frauenweihe befrieden kann. Frauenverbände, Theologen und Bischöfe auf dem „Reform“-Pfad werden diesen bedenkenswerten Vorstoß bedauerlicherweise für eine Vertröstung halten. Eine Schwachstelle ist da auch, dass Rom die logisch notwendigen Ableitungen aus der Lehre des Konzils von der Einheit des Ordo – entweder hat die Frau zu allen oder keiner der drei Weihestufen Zugang – bislang nicht ausdrücklich vorgenommen hat. Ordinatio sacerdotalis 2.0 würde in Deutschland zwar niemanden beeindrucken – hat es ja bei der Frage des Frauenpriestertums 1994 auch nicht. Aber niemand könnte dann mehr behaupten, diese Frage sei lehramtlich ungeklärt.

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