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Als der Vatikan sein dunkles Zeitalter erlitt

Mätressenherrschaft, Intrigen, Machtgier: Die Jahre zwischen 882 und 1046 stehen für eine schwere Zeit in der Papstgeschichte. Fünfte Folge der Reihe zu den Leo-Päpsten.
JEAN XI JEAN XI (910-935) et sa mere la belle MAROSIE (c.892-c.937) . Illustration de 1842 pour Histoire des Papes par M
Foto: Imago/Kharbine-Tapabor/La Collection | Der Einfluss der machtgierigen und intriganten Senatorentochter und Mätresse Marozia (892–932) weckte auch im 19. Jahrhundert die Fantasie der Historienmaler: Hier wird sie in einem Bild aus dem Jahre 1842 zusammen mit ihrem Sohn Papst Johannes XI. (gestorben 935) dargestellt. In der Phase der sogenannten Pornokratie war sie eine Schlüsselfigur.

Die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug“ – dieses Zitat Hegels verweist darauf, dass sich geschichtliche Phänomene erst dann einordnen lassen, wenn sie geschehen sind. Minerva, die römische Göttin der Weisheit, urteilt erst in der Rückschau. Das gilt auch für die Geschichte der Päpste, obwohl oft erklärt wird, dass diese Institution unter der Führung des Heiligen Geistes stehe und deswegen von vornherein günstig zu beurteilen sei. Ein Blick zurück hingegen lehrt Demut: Es hat schlechte Päpste gegeben – und das reihenweise.

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