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Der selige Franciszek Miska SDB

Er war ein Pfarrer, der mit den Bedürftigen auch sein letztes Hemd teilte: Der selige Franciszek Miska SDB, gestorben in Dachauer Konzentrationslager.
Franciszek Miska
Foto: IN | Franciszek Miska wurde am 5. Dezember 1898 im oberschlesischen Tannendorf bei Pless (heute Swierczyniec bei Pszczyna) in einer polnischen Bauernfamilie geboren.

Am 6. Juni wurden in Krakau neun polnische Salesianer seliggesprochen, die in nationalsozialistischen Konzentrationslagern ermordet worden waren. An dem Gottesdienst unter Vorsitz von Kardinal Marcello Semeraro nahm als Konzelebrant auch der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, teil. In seiner Erzdiözese liegt die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau, in dem einer der neuen Seligen, Pater Franciszek Miska, am 30. Mai 1942 das Martyrium erlitt. Wir stellen ihn in dieser Woche stellvertretend für die Gruppe vor. Die übrigen acht fanden im Vernichtungslager Auschwitz den Tod. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt. Eine ausführliche Biografie von Miska findet sich auf der Internetseite des Vereins „Selige Märtyrer von Dachau“, der die folgenden Informationen entnommen sind.

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Franciszek Miska wurde am 5. Dezember 1898 im oberschlesischen Tannendorf bei Pless (heute Swierczyniec bei Pszczyna) in einer polnischen Bauernfamilie geboren. Das Dorf lag unweit von Auschwitz, wo Franciszek das Gymnasium der Salesianer besuchte, bevor er in das Noviziat des Ordens in Pleszów eintrat und am 24. Juli 1917 die Gelübde ablegte. Nach dem Studium in Krakau und Turin empfing er am 10. Juli 1927 die Priesterweihe und war anschließend als Religionslehrer tätig. Ab 1936 leitete er das Kleine Seminar der Salesianer in Lad an der Warta, wo er auch Pfarrdienste übernahm, sich um die Armenfürsorge kümmerte und ein Oratorium für Kinder ins Leben rief. In der Gemeinde hieß es, dass er „bereit war, mit den Bedürftigen auch sein letztes Hemd zu teilen“.

Nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 diente Franciszek Miska zunächst einige Wochen als Militärkaplan für die bei Lad stationierten Truppen und kehrte dann wieder in den Pfarrdienst zurück. Am 6. Januar 1940 wandelten die Besatzer das Salesianerkloster in Lad in ein Gefängnis für Priester um und übertrugen Pater Miska die Verantwortung für die Disziplin und das Verhalten der Häftlinge. Zweimal wurde er ohne Angabe von Gründen nach Inowroclaw gebracht und dort brutal gefoltert.

Er kündigte seinen Erschöpfungstod an

Viele der internierten Priester wurden anschließend in das Konzentrationslager Dachau bei München deportiert, darunter auch Pater Miska, der am 30. Oktober 1941 dort ankam. Unter den brutalen Haftbedingungen versuchte er, die Hoffnung und Geduld der Mitgefangenen zu stärken, obwohl seine Kräfte immer mehr schwanden. Zum Verhängnis wurde ihm schließlich die Tatsache, dass er zur Essensverteilung abkommandiert wurde, die ein Überlebender später folgendermaßen beschrieb:

„Auf ein Pfeifsignal hin mussten wir uns so schnell wie möglich zu zweit in einer Reihe aufstellen. Dann marschierte diese lange Reihe in Zweiergruppen zur Küche, um die Kessel mit Suppe und Kartoffeln zu holen. Es war nicht leicht, in unseren Holzschlappen über den rutschigen Boden dieser Küche zu gehen. Außerdem war es sehr gefährlich, da man zwischen Reihen von mit Stöcken bewaffneten SS-Männern hindurchgehen musste. Wenn einer von uns ausrutschte und hinfiel, löste er eine Lachsalve der unmenschlichen SS-Männer aus und wurde geschlagen. Der Weg durch die Küche war schwierig. Der Kessel mit der Suppe war so schwer, dass nicht jedes Paar von geistlichen Häftlingen ihn tragen konnte. Der Kessel mit den Kartoffeln war zwar leichter, aber auch er bereitete den geschwächten und ausgemergelten Häftlingen große Schwierigkeiten.“

Dabei stürzte Franciszek Miska und quetschte sich eine Hand unter dem schweren Kessel. Nur provisorisch verarztet, musste er schon drei Tage später wieder an die Arbeit. Von Schmerzen gequält und trotz des Hungers unfähig, Nahrung zu sich zu nehmen, sagte er am Pfingstsonntag 1942 zu seinen salesianischen Mitbrüdern, dass er nicht mehr lange leben werde. Nur wenige Tage später, am 30. Mai, starb er an völliger Erschöpfung. Sein Leichnam wurde im Krematorium des Konzentrationslagers verbrannt und später im Ehrenhain I des Friedhofs am Perlacher Forst beigesetzt, wo die sterblichen Überreste zahlreicher weiterer Todesopfer aus dem Konzentrationslager Dachau ruhen. Mit Franciszek Miska hat sich die Zahl der Seligen unter ihnen auf 63 erhöht.

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Claudia Kock Erzbistum Hamburg Kardinäle Reinhard Marx

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