Jerusalem

Segen ohne Umkehr wäre Lüge

Die Kirche begründet ihre Ablehnung praktizierter Homosexualität auch mit der Schrift. Ein Gespräch mit dem Neutestamentler Anthony Giambrone über Sodom, Paulus und was sie uns heute zu sagen haben.

Segnung von homosexuellen Paaren?
Aus biblischer Perspektive kann eine Segnung von homosexuellen Paaren nicht gerechtfertigt werden. Vielmehr stellen sowohl das Alte als auch das Neue Testament praktizierte Homosexualität als gravierende Sünde dar. Foto: Adobe Stock

Pater Anthony, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat im November 2019 entschieden: „Als ZdK setzen wir uns dafür ein, dass in naher Zukunft ein offizieller Ritus für die Segnung homosexueller Paare erarbeitet wird“. Was sagt der Neutestamentler zu dieser Forderung?

Die Kirche muss unbedingt neue, kraftvollere Wege finden, den Menschen der heutigen Zeit die Macht und den Segen des Evangeliums näherzubringen und wirksamer zu verkünden. Besonders denen, die sich von der Kirche entfernt haben, aber oft gutwillig sind. Daran gibt es keinen Zweifel. Aber als Antwort auf diese dringende Aufgabe ist der Vorschlag des ZdK eine dreiste Forderung. Wie soll die Kirche segnen, was bisher immer als Todsünde verstanden worden ist? Hier sollen ja nicht bloß die Werte einer nicht sexuell verwirklichten Freundschaft gesegnet werden. Man muss kein studierter Exeget sein, um zu sehen, dass es eine ganze Reihe von Schriftstellen gibt, die mit dem Ansatz des ZdK nicht in Einklang zu bringen sind. „Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch ,verweiblichte Männer‘, noch Männer, die mit Männern schlafen, werden das Reich Gottes erben“, sagt Paulus im Ersten Korintherbrief. Enterbt zu sein klingt gewiss anders als gesegnet. Was sagt also der Neutestamentler? Hoffentlich das, was das Neue Testament sagt. Er ist sich seiner Pflicht, in der Kirche diesem Wort treu zu bleiben, sehr bewusst.

Nun wusste der Apostel Paulus weder etwas über die komplexe, jedenfalls nicht selbstgewählte Entstehung von Homosexualität, noch kannte er von Liebe getragene homosexuelle Paarbeziehungen. Was sollte er uns also dazu heute zu sagen haben? 

Paulus hat sicher vieles nicht gewusst, was Schulkinder heute wissen. Aber er hat den auferstandenen Herrn gekannt und lebendig gesehen und hat sein Amt in der Kirche von ihm. Das sollte ihm bei Christen aller Zeiten Gehör verschaffen. 

„Alle Menschen leiden unter
unerwünschten Begierden, die keinen
Platz im christlichen Leben haben“

Inwiefern?

Paulus redet nie von sexuellen „Orientierungen“, sondern immer von Taten und Lastern. Wer unkeusch lebt, ist in höchst ernster Gefahr, meint der Apostel. Dass Ehebruch oft aus Liebe begangen wird, war Paulus sicher bekannt; aber in seinen Augen rechtfertigt das die Missetat nicht. Dementsprechend glaube ich nicht, dass die Freundschaft, auf der viele homosexuelle Paarbeziehungen gründen, seine Meinung über gleichgeschlechtlichen Verkehr ändern würde. Dass einige Begierden widernatürlich und zerstörerisch sind, was auch immer ihre Entstehung, ist für ihn selbstverständlich. Das Woher ist ihm aber weniger wichtig als das Wohin: Laufen wir himmelwärts? Erbsünde und ihre Wirkungen sind ja nie selbstgewählt. Alle Menschen leiden unter unerwünschten Begierden, die keinen Platz im christlichen Leben haben (Röm 7). Die Taufe und ein neues Leben in Christus sind für Paulus allerdings die Rettung (Röm 8). Wenn jedoch nach der Taufe ein Christ immer noch oder wiederum ein unreines Leben führt, dann verjagt er den Heiligen Geist aus dem Leib. Kurzum: Ein Segensritus ohne Enthaltsamkeit wäre für Paulus eine unvorstellbare Art von kirchlicher Lüge gewesen.

Die Kirche lehnt praktizierte Homosexualität ab. Kann sie sich dabei wirklich allein auf die Heilige Schrift berufen? Oder gründet ihre Lehre nicht vielmehr auf dem Naturrecht?

Warum sollte sie nicht auf beiden gründen? In Röm 1, 26–27 benutzt Paulus den griechischen Ausdruck para physin. Die Einheitsübersetzung übersetzt richtig: „widernatürlich“. Noch genauer könnte man es mit „außerhalb der göttlichen Weltordnung“ wiedergeben. Denn die betreffende Natur (physis) bezeichnet nicht nur die „menschliche Natur“, sondern die Gesamtschöpfungsordnung, während para hier „nicht dazu gehörend“ bedeutet. Dies wendet Paulus auf den gleichgeschlechtlichen Verkehr an. Er spielt eindeutig auf griechisch-römisches Naturrecht an, einen wichtigen Teil der hellenistischen Moralphilosophie im Denken des Apostels. Schon Platon hatte die Redewendung para physin entwickelt, um unfruchtbare Arten sexuellen Verkehrs zu beschreiben. Kata physin, „der Natur gemäß“, hingegen bezeichnete den Verkehr, der für Fruchtbarkeit offen war. Ein späterer Denker wie Philo von Alexandrien, Philosoph und Zeitgenosse des heiligen Paulus, hat denselben Ausdruck para physin benutzt, um die sexuelle Lust der Sodomiter zu beschreiben.

Aber ist damit der Sinn von Gen 19 getroffen? Ja, Sodom und Gomorrha werden von Gott bestraft. Aber wofür? Weil sie Sex mit Männern hatten – oder nicht vielmehr deshalb, weil sie ihn erzwingen wollten?

Die Rhetorik in Gen 19 will die Sünden der Sodomiter bis zum Himmel aufhäufen, weil ihre Ungerechtigkeit ja bis zum Himmel schrie. Genau deswegen soll man aber nicht Einzelsünden auswählen, um dann zu sagen: „Voilà, die wahre strafwürdige Sünde der Sodomiter“. Dass Männer andere Männer „erkennen,“ ist sicher nur ein Teil der Gesamtsünde Sodoms. Im Crescendo des Kapitels ist der widernatürliche Verkehr zwischen Männern trotzdem eine Art Sahnehäubchen. Rhetorisch macht Paulus etwas Ähnliches in Röm 1. Er betont den moralischen Tiefpunkt einer Gesellschaft, wie weit das dort genannte Böse gediehen ist. Die Sodomiter sind nicht nur gewalttätige Lüstlinge, sondern noch schlimmer. Ihre Zurückweisung der Töchter Lots und ihr Hunger nach Männern macht deutlich, um welche Lust es hier geht. Dass der Text damit eine bronzezeitliche Ethik von „einvernehmlichem Geschlechtsverkehr“ lehren will, scheint mir lächerlich anachronistisch.

Die gleichgeschlechtliche Lust in Sodom ist letztlich das Übel, das übrig bleibt, wenn man sich die beiden Engelgäste wegdenkt. Sie kommen ja nur deshalb nach Sodom, weil Gott schon zuvor die Sünde der Stadt festgestellt hatte. Offenbar pflegen die Männer ihre himmelschreienden sündhaften Gebräuche ganz unabhängig von ihrer eher zufälligen Rolle als gescheiterte Gastwirte. Und wenn die alttestamentliche Erzählung weniger gezielt als die mahnende neutestamentliche Rede ist, hilft das Neue Testament uns immerhin, das Alte richtig zu lesen.

„Gleichgeschlechtliches Begehren wird
im NT eindeutig herausgegriffen und als eine
zum Himmel schreiende Sünde gesehen“

Inwiefern?

Gleichgeschlechtliches Begehren wird im NT eindeutig herausgegriffen und als eine zum Himmel schreiende Sünde gesehen. Der Brief des Judas 1,7 lehrt uns sehr deutlich, was ein Christ zur Zeit Jesu als „die (allerschlimmste) Sünde“ der Sodomiter ansah: „Auch Sodom und Gomorra und ihre Nachbarstädte sind ein Beispiel: In ähnlicher Weise wie diese trieben sie Unzucht und liefen anderem Fleisch nach; daher erleiden sie die Strafe ewigen Feuers.“ „Diese“ spielt auf die gefallenen Engel aus dem Buch Genesis an, die sogenannten Wächter, die ihre Stelle im Himmel verlassen haben, um mit den Töchtern der Menschen zu kopulieren. Die Analogie meint, dass die Sodomiter, wie die Wächter, nach verkehrten Partnern verlangen. Hier findet eine Vermischung der gottgegebenen Kategorien statt. „Nach anderem Fleisch“ hat den Sinn von „falschem Fleisch“, ähnlich wie im biblischen Ausdruck „anderen – also falschen – Göttern nachlaufen“. 

Aber ist das Alte Testament für die Bestimmung heutiger Moral hilfreich? Ein Beispiel: In Levitikus 18 wird Sex unter Männern mit Todesstrafe bedroht. Etwas weiter wird der Verkehr mit menstruierenden Frauen verboten. Warum soll Katholiken das Eine binden – und das Andere nicht? Spricht hier nicht aus beidem der antike Orient zu uns?

Hier sind wir wieder bei der Paulinischen Theologie mit der Frage, was vom Gesetz des alten Bundes für Christen gültig bleibt und was nicht. Wie Jesus selbst hat Paulus das ethische Herzstück des Gesetzes, die Zehn Gebote, beibehalten. Nur kultische Anordnungen wurden abgeschafft, sowie Beschneidung und Lebensmittelgesetze. Alle Arten von Unzucht, Porneia, aber bleiben weiterhin verboten – nicht nur Sex unter Männern. Inzest und andere sexuelle Sünden werden auch in Lev 18 verboten. Menstruation, als Blutfrage, handelt von einem kultischem Reinheitstabu (Lev 15,19–30), denn „du würdest durch sie unrein“ (Lev 18,19–20).

Dieses Gebot ist also abgeschafft für Christen. 

Ja. Aber bei Sex zwischen Männern geht es nicht um ein kultisches sondern ein moralisches Vergehen: „das wäre ein Gräuel“ (Lev 18, 22). Um Levitikus 18 verstehen zu können, muss man sehen, dass  Reinheits- und Moralvorschriften miteinander verwoben sind. In Lev 20, 13 hingegen wird eindeutig für sexuelle Sünden, wie in Lev 18 erwähnt, inklusive wenn ein Mann mit einem Mann schläft, die Todesstrafe verhängt. Aber der Beischlaf mit der menstruierenden Frau fehlt in dieser Liste hinrichtungswürdiger Taten. Er wird nur mit der Strafe des rituellen Ausmerzens, eine Art Ausgrenzung, belegt (Lev 20,18).

„Im biblischen Denken sind Sexualität
und Kult immer eng miteinander verbunden“

Schauen wir ins Neue Testament. In Röm 1,24–27 heißt es: Männer treiben mit Männern Unzucht und erhalten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung. Werden hier wirklich homosexuelle Taten verurteilt – oder dem Kontext nach die kultische heidnische Abkehr von Gott?

Es geht auch hier um beides. Im biblischen Denken sind Sexualität und Kult immer eng miteinander verbunden. Daher kommt zum Beispiel die wiederkehrende biblische Metapher von Götzendienst als Ehebruch und das Begriffspaar „weder Unzüchtige noch Götzendiener“ (1 Kor 6,9). „Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit“ werden in Röm 1, 18 deutlich als die Zwillingsthemen angekündigt, gegen die der Zorn Gottes offenbar wird und vor dem die Kraft Gottes im Evangelium rettet (Röm 1, 16–18). Es wäre darum falsch, Idolatrie und Unzucht in Röm 1, 24–27 voneinander zu trennen oder gegeneinander auszuspielen. Paulus warnt davor, die menschliche Gemeinschaft könne den Verstand völlig verlieren, die Wahrheit verleugnen und abgrundtief in den Sumpf der Erniedrigung fallen. Der Mensch kann sogar Tiere anbeten und als Sklave der eigenen Gelüste nach Sex para physin verlangen. Nicht die Vernunft, sondern Hedoné, Leidenschaften und Begierden, regieren dort, sagt er, wo der Verkehr prinzipiell naturgemäß nicht fruchtbar sein kann. Das ist die Ansicht der gesamten hellenistischen und paulinischen Moralphilosophie.

Und gleichgeschlechtiger Verkehr ist dafür das Bilderbuchbeispiel.

Genau. Paulus verfolgt im Römerbrief aber natürlich vielschichtigere Ziele, als einfach Sexualethik zu lehren. Daher sollen wir nicht versuchen, alles in einer einzelnen Stelle zu finden. Insbesondere was er hier über den Leib der „Unzüchtigen“ sagt, geht viel tiefer als die damalige Philosophie. „Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, sodass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten.“ Welche Ehre genau hat der Leib verloren? Porneia ist eine besondere Sünde, die man gegen den eigenen Leib begeht (1 Kor 6,18–19). Für Paulus verschmutzt die Unzucht den Leib. Und warum ist das wichtig? „Der Leib ist nicht für die Unzucht da, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib“ (1 Kor 6,13). Unzucht schadet dem Leib eschatologisch, also im Blick auf das letzte Ziel. Ohne Reinigung durch das Evangelium kann er keinen Anteil an der herrlichen Ehre der Auferstehung haben (1 Kor 6,14). 

Lassen Sie uns über eine weitere klassische Belegstelle gegen gleichgeschlechtlichen Sex sprechen. In 1 Kor 6,9 zählt Paulus Lustknaben und Knabenschänder unter die, die das Himmelreich nicht erben. Hier ist offensichtlich Gewalt im Spiel und soziale Abhängigkeit. Taugt der Vers also wirklich als Belegstelle gegen praktizierte Homosexualität? Geht es nicht eher um Päderastie?

Sie sagen gemäß der Einheitsübersetzung „Lustknabe“. Die richtige Übersetzung ist aber schon die erste Frage. Das Wort heißt griechisch „malakai“, was ehrlich ein bisschen schwer ist, zu übersetzen. Wörtlich bezeichnet Paulus die Männer als „weich“ und in der griechisch-römischen Welt bezeichnete „weich“ etwas als „nicht männlich“ (anandreia) und damit „weiblich“ und „moralisch schwach“. Das mag heute fremd anmuten, aber „weiblich“ hatte damals die starke Konnotation von sexueller Zügellosigkeit. Diese Andeutung ist im Kontext von Unzucht in 1 Kor 6 offensichtlich mit im Spiel. Das Wort kann manchmal „Lustknaben“ bezeichnen; aber dieser Begriff ist auch viel zu eng. Der Mann, der die Rolle der „Frau“ im Beischlaf mit einem anderen Mann einnimmt, wird zum Beispiel auch mit dem Wort „weich/weiblich“ bezeichnet. Bei Philo ist der Mann ebenso „weich“, der sich von seiner Frau scheiden lässt und sie dann später wieder heiratet, nachdem sie eine zweite Ehe mit einem anderen eingegangen war. Eunuchen, die nach Frauen verlangen, sind ein weiteres Beispiel. Es geht hier also um Männer, die irgendwie ihre männliche Würde und sexuelle Selbstbeherrschung verloren haben. „Verweiblichte Männer“ erfasst den Sinn erträglich, obwohl nicht perfekt.

Und die Knabenschänder? Ist das eine richtige Übersetzung?

Das zweite Wort führt diese entwürdigende Zügellosigkeit noch weiter aus. Aber „Knabenschänder“ ist ebenfalls keine hinreichende Übersetzung für „arsenokoitai“. Es ist schlicht ein Wort, das Paulus selbst auf der Basis von Lev 18 – einem Schlüsseltext für 1 Kor 6 – erfindet. Die Bedeutung ist ziemlich transparent: Männer, die mit Männern ins Bett gehen. Päderastie, ein wichtiger Teil der homoerotischen „griechischen Liebe“, war damals allgegenwärtig. Zweifelsohne war Paulus dagegen.

„Paulus ist nie politisch korrekt,
und wir sollen seine Stimme nicht
einfach verdrängen“

Aber es wäre schlechte Exegese, dies auf den Widerspruch gegen Päderastie zu reduzieren. Paulus ist nie politisch korrekt, und wir sollen seine Stimme nicht einfach verdrängen. Als Jude des 1. Jahrhunderts fand er heidnische Unzucht aller Art sündhaft und abscheulich. Hier erwähnt er Männer mit Männern; im Römerbrief ergänzt er Frauen mit Frauen. Inzest und Ehebruch hat er gleichermaßen im Auge. Das Problem ist schließlich Porneia im Allgemeinen (1 Kor 6,18–19). Gewalt und soziale Abhängigkeit waren damals wie heute ganz sicher ein Problem. Aber in 1 Kor 6 werden sie weder genannt noch betont. 

Sie haben also keinen Zweifel, dass die Bibel im Alten wie Neuen Testament praktizierte Homosexualität verurteilt. Welcher Trost bleibt für homosexuelle Menschen? Müssen Sie nicht angesichts dieses unbarmherzigen Befunds verzweifeln? 

Anthony Giambrone
Anthony Giambrone ist Dominikaner aus New York und Vize-Direktor der Ècole biblique in Jerusalem. Er lehrt Neues Testame... Foto: École biblique

Das Wort Gottes ist alles andere als trostlos – aber auch kein machtloses Menschenwort. Ja, alle Arten von außerehelichem Verkehr werden streng verurteilt, weil sie uns für das ewige Leben im Angesicht Gottes ungeeignet machen.  Und ja, das ist heute (wie damals) ein „Stein des Anstoßes“,  Aber man sollte ebenso all die anderen, nicht sexuellen Sünden noch dazu nennen, die uns auch tödlich schaden.  Wer unter uns dann steht nicht vor diesem unglücklichen Befund: dass wir Sünder sind? Ist das nicht genau die Botschaft des Römerbriefes?  „Wir wissen, dass Gottes Gericht über alle, die solche Dinge tun, der Wahrheit entspricht. Meinst du etwa, o Mensch, du könntest dem Gericht Gottes entrinnen, wenn du die richtest, die solche Dinge tun, und dasselbe tust wie sie?“ (Röm 2, 3). Kurzum: „Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren“ (Röm 3, 23). Barmherzigkeit hat nur da eine Bedeutung, wo uns das Gericht droht. In diesen unseren gefallenen Zustand hinein verkündigt Paulus daher die gute Nachricht der Gerechtigkeit und „der Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt“ (Röm 1,16): Juden und Griechen, Männer und Frauen, Sklaven und Freie – alle. „Es gibt keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind“ (Röm 8,1)! Der Glaube befähigt uns alle zu einem neuen Leben „nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist“ (Röm 8,4) und in Christus werden wir „von der Sklaverei und Verlorenheit befreit... zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (Röm 8,21). Und „Sind wir Kinder, dann auch Erben: Erben Gottes und Miterben Christi“ (Röm 8,17): also nicht enterbt, sondern in hohem Maße gesegnet (Eph 1,3)!

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