Würzburg

Editorial von Karl-Heinz Menke

Glaube, Neu-Evangelisierung und begeisterndes Glaubensleben benötigen Erfahrungsberichte, Erlebnisgeschichten und Christuszeugnisse . Anpassungen an die Welt und vermeintliche Erleichterungen führen nicht weiter.

Weltjugendtag  2016, Polen
Die "Sache Jesu hat Begeisterte": Jugendliche tragen das Licht des Evangeliums in ihre Gemeinden und die Welt und bringen sie so zum Leuchten. Foto: Sebastien Desarmaux / Godong (imago stock&people)

Glaube wird durch Personen geweckt und durch Personen vermittelt. Deshalb ist es kein Ausweis von mangelnder Reflexion oder gar Anti-Intellektualität, wenn die hier vorliegende Beilage der „Tagespost“ Erfahrungsberichte, Erlebnisprotokolle und Christuszeugnisse sammelt. Sie ergänzt das im Juli 2020 erschienene Heft über die Grundlagen der Neuevangelisierung. Beide Hefte verbindet die Erkenntnis, dass die Kirche ihre Krisen noch nie durch Anpassungen und vermeintliche Erleichterungen, sondern durch Umkehr, Glaubensvertiefung und missionarische Aufbrüche bewältigt hat.

„Sie haben mehr vom Christentum verstanden
als beamtete Theologen“

Aufbrüche des Glaubens sind die Zukunft der Kirche. Aber ausgerechnet sie sind auf den Foren des „Synodalen Weges“ nicht vertreten. Im Gegenteil: Nicht wenige Delegierte bezeichnen die neuen Bewegungen, die Jugendliche an Christus binden und sich missionarisch engagieren, als unreflektiert, gefühlsselig oder fundamentalistisch. Als wenn es außerhalb dieser Bewegungen junge Menschen gäbe, die auch nur annähernd so viel über ihren Glauben wissen wie die Mitglieder der Fraternité Emanuelle, der Nightfever-Veranstaltungen, des Neokatechumenalen Weges oder der Weltjugendtage. Sie haben mehr vom Christentum verstanden als beamtete Theologen, die ihre Dauerkritik für Engagement und ihren intellektuellen Dünkel für Kompetenz halten. Nasen rümpfende Funktionäre und Diäten einstreichende Tagungsdelegierte sind das Bild einer Kirche, die keine Zukunft hat. Junge Menschen, die ihr Taschengeld und ihre Freizeit opfern, weil sie ihre Kirche lieben, sind das Gegenteil.

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