Würzburg

Editorial: Das Priestertum hat keinen guten Ruf

In der Ausgabe von welt&kirche wird das Priestertum im Licht der katholischen Lehre untersucht.

Weihe durch Handauflegung und Gebet
Weihe durch Handauflegung und Gebet. - Der Priester stellt sich mit seinem Gaben Christus als Werkzeug zur Verfügung. Er muss mit seinem Leben durchlässig sein für das Hirtenamt Christi. Foto: dpa

Das Priestertum hat keinen guten Ruf derzeit – weder innerhalb noch außerhalb der katholischen Kirche. Der sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen durch Kleriker hat das soziale Ansehen des einst hochgeachteten Berufs in der Gesellschaft stark beschädigt. Innerhalb der Kirche zudem setzt sich bei nicht wenigen die Ansicht durch, das Priesteramt sei gleichbedeutend mit Amtsanmaßung und Machtausübung einer klerikalen Elite über die Vielen.

Sind Priester nur nützlich?

Diese Ausgabe von welt&kirche hält solchen Vorstellungen den Spiegel der katholischen Lehre vor. Wer das katholische Weihepriestertum nicht von Anfang in seiner übernatürlichen Dimension erfasst, kann nicht anders, als es misszuverstehen. Aufgrund der Nähe zu den aus der Reformation hervorgegangenen Gemeinschaften liegt in unseren Breiten die Versuchung nahe, das katholische Priestertum rein funktional zu verstehen. Der Priester ist demnach nützlich für die Organisation der Gemeinde, für Predigt und Katechese. Aber erschöpft sich das Amt tatsächlich in solchen Nützlichkeitserwägungen? 

Das Amt ist ein Sakrament

Nein, das Priestertum ist Sakrament. Das heißt, Gott bindet sich an dieses Amt und garantiert seine Wirksamkeit. Durch den Priester wird Christus als Gegenüber zur Gemeinde sakramental vermittelt gegenwärtig.

Von diesem sakramentalen, nicht funktionalen Verständnis her lassen sich die heute auch im Binnenraum der Kirche weitverbreiteten Missverständnisse ausräumen, lässt sich jene Dankbarkeit wiedergewinnen, die Katholiken für das Geschenk des Priestertums empfinden dürfen.

 

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