Heiligenkreuz/Regensburg

Funktionär oder Gesandter Christi?

Die tiefe Identitätskrise des Priestertums darf nicht dazu führen, das sakramentale Wesen des Amtes zu verändern. Es braucht dringend eine Neubesinnung auf das Wesen des katholischen Priestertums.

Der Priester stellt sich mit seinem Gaben Christus als Werkzeug zur Verfügung
Weihe durch Handauflegung und Gebet. - Der Priester stellt sich mit seinem Gaben Christus als Werkzeug zur Verfügung. Er muss mit seinem Leben durchlässig sein für das Hirtenamt Christi. Foto: dpa

Ja, ich bin katholischer Priester – seit dreißig Jahren. Ich bin es gerne. Es erfüllt mich, denn es ist meine Berufung. Mit Schrecken und Scham habe ich daher erkennen müssen, dass Mitbrüder ihr Priesteramt für Verbrechen an Kindern in furchtbarer Weise missbraucht und ihr Leben zerstört haben. Es ist dringend notwendig, dass diese Untaten aufgearbeitet und Lösungen gefunden werden, damit diese Verbrechen in Zukunft verhindert werden können und Täter verurteilt werden. Gleichzeitig aber ist es auch eine Wahrheit, dass Zehntausende von Priestern – die übergroße Mehrheit – in der Vergangenheit und Gegenwart weltweit ihr Priestersein zum Segen für die ihnen anvertrauten Menschen gelebt haben und leben. Viele von uns haben sich ganz für ihre Pfarrgemeinde hingegeben – manche bis zum Martyrium. Ich erwarte vom Synodalen Weg, dass diese Wahrheit stärker als bisher zur Kenntnis genommen und auch öffentlich artikuliert wird. Es kann nicht sein, dass wir Priester mitunter pauschal hingestellt werden, als seien wir durch unseren gelebten Zölibat potenzielle Gefahrenquellen für das Kindeswohl.

Unbestritten ist das Priestertum heute in der Kirche in Deutschland in einer tiefen Identitätskrise: Wer und was ist der Priester? Unbestritten ist auch, dass das Priestertum sich in einem stark veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Leben realisieren muss, so dass es neuer Akzentuierungen bedarf. Zu diesen zählt vor allem die von Papst Franziskus vehement eingeforderte Ausrichtung auf die Neuevangelisierung. Dabei gilt es für den Synodalen Weg, der Versuchung zu widerstehen, das sakramentale Wesen des Amtes – wie es sich in der Offenbarung https://www.die-tagespost.de/epaper/epa4942,1230 Christi ausformt – zu verändern. Die göttliche Offenbarung der Wahrheit – wie sie uns in Heiliger Schrift, Tradition und Lehramt authentisch vermittelt wird – ist keine „Lebensabschnittspartnerin“ der Kirche, die man aufgrund zeitbedingter soziologischer oder psychologischer Thesen für das „Heute“ als überholt erklären darf. Alle Reformen – auch die des Priestertums – müssen sich am geoffenbarten Willen Christi orientieren.

Das Priestertum von Christus her verstehen

Es sollte eine vordringliche Aufgabe des Synodalen Weges sein, der Entsakramentalisierung des Priestertums entgegenzuwirken, um so die zunehmende Säkularisierung und Verbürgerlichung des Priesters hin zu einem bloßen „Kirchenfunktionär“ Einhalt zu gebieten. Es ist keine anstrebenswerte Lösung, dass der Priester als Funktionär zwischen Arbeitszeit für die Funktion und einer Zeit als reiner Privatmann unterscheidet, so dass Amt und Person auseinanderklaffen. Der Synodale Weg sollte ferner davon absehen, das Priestertum nur unter der „Machtfrage“ zu betrachten und den Eindruck vermeiden, als ob es nur um ein politisches Geschacher um Mandate, Einfluss und Herrschaft in der Kirche gehe. Das Priestertum kann nur von Christus her verstanden werden.

In Christus offenbart sich Gott als Gott der Liebe, der als der gute Hirte den verlorenen Schafen nachgeht, um die zerrissene und verirrte Menschheitsfamilie in die neue Gottesfamilie zu führen. Dafür sandte der Vater seinen Sohn als den „erhabenen Hirten seiner Schafe“ (Hebr 13, 20), so dass er „Lehrer, König und Priester aller sei“. (LG 13) Das Hirtenamt Christi vollzieht sich daher mit göttlicher Vollmacht in den drei Ämtern (Munera): Heiligungs-, Leitungs- und Lehramt. Er vollendet es in seiner liebenden Selbsthingabe und Selbstverschenkung am Kreuz: „Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ (Joh 10, 11) Diese Selbstaufopferung am Kreuz erhebt ihn zum einzigen Priester, zum „Hohenpriester“ (Hebr 4, 15), der sich als liebende Opfergabe der Versöhnung Gott selbst und den Menschen schenkt und dessen Blut zum Bundesblut wird, das Gott und die Gläubigen in der Kirche auf ewig verbindet und sie teilhaben lässt am Leben Gottes. Dadurch wird Christus zum einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen (1 Tim 2, 5).

Er ist die Gott-menschliche Brücke, die die Menschheit mit dem geöffneten Himmel verbindet und das menschgewordene personal-göttliche Gegenüber, der Liebende und der Geliebte, der unter den Menschen wohnt, die ihm daher nicht fremd sind: „Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.“ (Joh 10, 14) Daher haben wir nicht einen Hohepriester, der „nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat.“ (Hebr 4, 15)

Die Hirtensendung Christi nimmt im Vater ihren Anfang. Der Vater sendet seinen Sohn als Hirte in die Welt, um der Welt das Heil zu schenken. Diese Sendung, die er vom Vater empfangen hat, überträgt er mit den dazu notwendigen göttlichen Vollmachten an die von ihm selbst berufenen Apostel. Sie werden seine Gesandten: „So wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ (Joh 20, 21). Er wählt sie aus, obwohl sie Gebrochenheiten aufweisen und gleichsam zerbrechliche irdene Gefäße sind. In ihnen setzt Christus nach der Himmelfahrt seine Sendung als Hirte und Haupt der Kirche fort.

Die Kirche ist hierarchisch verfasst

Die Apostel repräsentieren Christus, das Haupt, indem sie ihn sakramental vergegenwärtigen. In ihnen wird Christus der Hirte der Kirche und der ganzen Welt sichtbar. Er tritt in ihnen den Gläubigen als der „gute Hirt“ gegenüber. Durch sie lehrt, heiligt und leitet er seine Kirche. Den Aposteln zu begegnen, bedeutet demnach, dem Hirten Christus zu begegnen, der in ihnen, durch sie und mit ihnen handelt: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf.“ (Mt 10, 40). Ferner: „Wer euch hört, der hört mich und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab…“ (Lk 10, 16). Diese Sendung als priesterlicher Hirte mit der Vollmacht des Lehrens, Heiligens und Leitens gibt Christus dann durch die Apostel in abgestufter Weise an die Bischöfe und durch diese an die Priester in der heiligen Weihe auf sakramentale Weise weiter (Apostolische Sukzession/Nachfolge).

Diese Sendungstheologie ist trotz einer Zeit der notwendigen Entfaltung in ihren Kernaussagen in der Heiligen Schrift und in der frühen Väterzeit klar bezeugt, sodass die hierarchische Verfasstheit der Kirche zum Grundbestand der Offenbarung gehört. „Hierarchie“ bedeutet „heiliger Ursprung“ und „heilige Führung“. Sie findet ihren Ursprung im Vater, das heißt in Gott selbst, der den Sohn als Hirte in die Welt sendet. Diese Sendung wird fortgesetzt durch Christus, der sich als Hirte sakramental in Apostel-, Bischofs- und Priesteramt gegenwärtig setzt, so dass es immer Christus ist, der durch sie die „heilige Führung“ der Kirche innehat. Hier wird deutlich, dass die „Hierarchie“ nicht in politischen Kategorien erfasst werden kann.

Die Priesterweihe: Wer ist der Priester?

Es ist Christus selbst, der aus seiner Kirche Menschen in seine besondere Hirtennachfolge beruft. Der Priester erhält in der Weihe, die ihm der Bischof durch Handauflegung (vgl. Apg 6, 6; 1 Tim 4, 14; 5, 22; 2 Tim 1, 6) spendet, von Christus selbst Anteil an seinem priesterlichen Hirtenamt. Ihm wird ein unverlierbares sakramentales Siegel (character indelebilis) eingeprägt, das das Abbild Christi, des priesterlichen Hauptes und guten Hirten, trägt. Mit ihm wird er sakramental verähnlicht, so dass der Priester den Hirten Christus als „Gegenüber“ der Gemeinde sakramental vergegenwärtigt. Dies ist der wesenhafte (ontologische) Unterschied zum nicht-geweihten Gläubigen (vgl. LG10).

Diese „repräsentatio Christi capitis“ (Repräsentation Christi des Hauptes) bedeutet „mehr als ,im Namen‘ oder ,in Stellvertretung‘ Jesu Christi, … nämlich die spezifische sakramentale Identifizierung mit dem ewigen Hohenpriester“ (Johannes Paul II.). Im Priester begegnet demnach die Pfarrgemeinde sakramental Christus, ihrem Hirten, so dass „die kirchliche Gemeinschaft unbedingt das Priesteramt benötigt, damit in ihr Christus, Haupt und Hirte, gegenwärtig ist […]. Ohne Christi Gegenwart, die vom Pfarrer in der sakramentalen Leitung der Gemeinschaft vertreten wird, wäre diese keine vollständige kirchliche Gemeinschaft.“ (Johannes Paul II.)

Teilhabe an den drei Ämtern Christi

Mit dem Priester vollzieht Christus seine drei priesterlichen Aufgaben (Lehr-, Heiligungs- und Leitungsamt) in der Pfarrgemeinde. Darum kann dem Priester keines dieser drei Ämter einfach (zum Beispiel Leitungsamt) entzogen werden.

Die „erste Aufgabe der Priester“ (PO4) ist die Verkündigung. Sie sollen im Namen des Herrn den Glauben unverfälscht und unverkürzt den Menschen weitergeben. Christus will sich durch sie verkünden, um Heil zu schenken. Die Priester sind also in der Verkündigung „Diener des Wortes“. „Der Priester dabei muss der erste ,Glaubende‘ des Wortes sein.“ (Johannes Paul II.) Nach dem Vorbild des Herrn muss die Wortverkündigung und das Tatzeugnis übereinstimmen. Nur dadurch gewinnt die Verkündigung Glaubwürdigkeit.

„An der Liebe und Hingabe Christi nimmt das Leitungsamt
des Priesters mit seinen göttlichen Vollmachten Maß“

Die innigste Form der sakramentalen Vergegenwärtigung Christi im Priester wird bei der Spendung der Sakramente deutlich. Es ist Christus selbst, der durch ihn handelt und sich hörbar ausspricht: „Das ist mein Leib“, „Das ist mein Blut“. Gerade in der Eucharistie vollzieht Christus im, mit und durch den Priester sein Priesteramt, setzt sich selbst und sein Lebensopfer im „Heute“ sakramental fruchtbringend gegenwärtig. Im Priester bringt er als Haupt seines Leibes im Namen der Glieder auch deren Sorgen und Dank, ja, sie selber, seinem Vater dar („Repräsentatio Ecclesiae“).

Durch und mit dem Priester vollzieht Christus auch sein Hirtenamt als Haupt der konkreten Pfarrgemeinde, indem er als der gute Hirt auf dem Pilgerweg vorangeht, mahnt und stärkt, bei der Hand nimmt und tröstet. Er übt es aus, wenn er Gläubige vor Irrwegen warnt, und schützt, ihnen Hoffnung gibt und die Pfarrgemeinde zu einem Ort der Gottesbegegnung gestaltet, die in Einheit mit dem Bischof und der Weltkirche steht. Der Priester stellt sich mit seinen Gaben Christus als Werkzeug seiner Führung zur Verfügung. Darum darf er seine Teilhabe am Leitungsamt Christi nicht durch eigene Machtgelüste verdunkeln: „Seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden.“ (1 Petr 5, 3) Er muss mit seinem Leben durchlässig sein für das Hirtenamt Christi. An der Liebe und Hingabe Christi nimmt das Leitungsamt des Priesters mit seinen göttlichen Vollmachten Maß, denn der gute Hirt ist „nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen“ (Mt 20, 28).

Die authentische Wurzel priesterlicher Identität

Das Hirtenamt Christi, das er durch den Priester mit Autorität vollzieht, dient der Seelsorge. Die Priester sollen nach dem Willen Christi aber dabei die „Würde und Verantwortung der Laien in der Kirche anerkennen und fördern. Sie sollen gerne deren klugen Rat benutzen und ihnen vertrauensvoll Aufgaben im Dienst der Kirche übertragen und ihnen Freiheit und Raum im Handeln lassen, ihnen auch Mut machen, aus eigener Initiative Werke in Angriff zu nehmen“ (LG 37). Dabei gilt es aber zu achten, dass das Hirtenamt Christi nicht durch überbordende Bürokratisierung, „Formen eines improvisierten Autoritarismus oder ,demokratischen‘ Führungsbedingungen“ verdunkelt wird, die zur „Säkularisierung des Priesters und zur Klerikalisierung des Laien führen. […] Im Grunde handelt es sich dabei um eine vernebelnde Trübung, welche die authentische Wurzel der priesterlichen Identität betrifft: die Gleichgestaltung mit Christus, dem Hirten und Haupt.“ (Kongregation für den Klerus, Der Priester, Lehrer des Worte, Diener der Sakramente und Leiter der Gemeinde für das dritte christliche Jahrtausend, 1999, 45)

In der heiligen Messe als dem Höhepunkt und Quellgrund christlichen Lebens tritt Christus in seinen drei priesterlichen Ämtern in der Person des Priesters sakramental am deutlichsten der Gemeinde gegenüber. Er leitet diesen Gottesdienst durch ihn. Dies wird auch dadurch verdeutlicht, dass der Priester liturgische Gewänder anlegt. Er hat gleichsam Christus, das Haupt, „angezogen“ und tritt hinter ihm zurück, so dass der Herr durch ihn handeln kann. Christus steht im Priester bei der Predigt als Lehrer vor der Gemeinde und in der Eucharistie opfert er sich und auch die Gemeinde seinem Vater auf. Daher gilt es auch hier von Formen abzusehen, die diese Einheit der drei Ämter Christi, die er selbst in der heiligen Messe durch den Priester vollziehen möchte, verdunkeln.

Gott weiß um die Schwäche des Menschen

Ein Blick in die Heilsgeschichte zeigt, dass Gott die Menschen, obwohl er um ihre Schwächen und Gebrochenheiten weiß, aktiv in seine Heilssendung hineinnimmt und ihnen Verantwortung überträgt. Dies gilt sowohl für die Apostel, die Bischöfe, die Kirche als Ganzes als für den Priester. Auch er ist gleichsam ein zerbrechliches menschliches Gefäß, das Christus erfüllen möchte, um mit ihm zu handeln. Die sakramentale Gegenwart Christi in ihm befreit ihn aber nicht von Versuchung und Sünde. Während die Fruchtbarkeit der Sakramente auch ohne die moralische Integrität des Priesters durch das Wirken des Heiligen Geistes gesichert ist, gilt dies – wie die Geschichte schmerzhaft zeigt – bei der Ausübung des Lehr- und Leitungsamtes durch den Priester nicht in diesem Umfang. Hier kann sündhaftes Handeln das heilsvermittelnde Tun des Lehrers und Hirten Christus verstellen.

Daher ist auch der Priester wie alle anderen Getauften berufen, den Weg der Heiligkeit als Nachahmung Christi im Alltag zu beschreiten. Durch seine Weihe tritt aber ein neues Motiv hinzu: Er soll Christus als Haupt und Hirte, den er sakramental vergegenwärtigt, durch sein Leben sichtbar machen, ihn nachahmen, so dass er transparent für das hirtliche Wirken Christi wird. Dazu gehört vor allem die liebende Ganzhingabe des Priesters an Christus durch den Zölibat, um ihm in seinem eigenen Leben Raum zu schenken, damit dieser seine priesterliche Ganzhingabe für die Menschen sichtbar und erfahrbar werden lassen kann: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2, 20) Dazu gehört, dass er wie Christus aus Liebe zu den Menschen sein Leben für sie hingibt, mit ihnen fühlt, und ihre Sorgen, Nöte und Hoffnungen wahrnimmt. Da der Priester von Gott aus der Kirche für die Kirche berufen wird, ist und bleibt er Bruder aller Gläubigen in der Familie Gottes. Mit ihnen ist er Christ, für sie Priester. Aus diesem Grund verlangt es die Nächstenliebe, dass seine Brüder und Schwestern, für die er lebt, ihn gerade auch in seinen Schwächen stützen, ermutigen und helfen, damit er sein Hirtenamt im Namen Christi für sie leben kann.

Christoph Binninger ist Direktor des Bischöflichen Studium Rudolphinum (Spätberufene), Regensburg, und außerordentlicher Professor für Dogmatik in Heiligenkreuz.

Kurz gefasst

Das Priestertum befindet sich heute in der Kirche in Deutschland in einer tiefen Identitätskrise. Bei aller Notwenigkeit einer Neuakzentuierung des priesterlichen Dienstes in einem veränderten gesellschaftlichen und kirchlichen Leben gilt es, der Versuchung zu widerstehen, das sakramentale Wesen des Amtes – wie es sich in der Offenbarung Christi ausformt – zu verändern. Die göttliche Offenbarung der Wahrheit – wie sie in Heiliger Schrift, Tradition und Lehramt authentisch vermittelt wird – ist keine „Lebensabschnittspartnerin“ der Kirche, die man aufgrund zeitbedingter soziologischer oder psychologischer Thesen für das „Heute“ als überholt erklären darf. Alle Reformen – auch die des Priestertums – müssen sich am geoffenbarten Willen Christi orientieren.
Der Priester erhält in der Weihe, die ihm der Bischof durch Handauflegung (vgl. Apg 6, 6; 1 Tim 4, 14; 5, 22; 2 Tim 1, 6) spendet, von Christus selbst Anteil an seinem priesterlichen Hirtenamt. Ihm wird ein unverlierbares sakramentales Siegel (character indelebilis) eingeprägt, das das Abbild Christi, des priesterlichen Hauptes und guten Hirten, trägt. Mit ihm wird er sakramental verähnlicht, so dass der Priester den Hirten Christus als „Gegenüber“ der Gemeinde sakramental vergegenwärtigt. Dies ist der wesenhafte (ontologische) Unterschied zum nicht-geweihten Gläubigen (vgl. LG10). Im Priester begegnet demnach die Pfarrgemeinde sakramental Christus, ihrem Hirten, so dass „die kirchliche Gemeinschaft unbedingt das Priesteramt benötigt, damit in ihr Christus, Haupt und Hirte, gegenwärtig ist […]. Ohne Christi Gegenwart, die vom Pfarrer in der sakramentalen Leitung der Gemeinschaft vertreten wird, wäre diese keine vollständige kirchliche Gemeinschaft.“ (Johannes Paul II.)

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