Zahl der Abtreibungen in Deutschland um 2,5 Prozent gestiegen

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr rund 101 200 Abtreibungen gemeldet. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.
Schwangerschaftsabbruch
Foto: Peter Endig (dpa-Zentralbild) | Ein sieben Wochen alter Fötus in einer Fruchtblase.

Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland ist 2017 um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag weiter mitteilte, wurden im vergangenen Jahr bundesweit rund 101 200 Abtreibungen gemeldet. 72 Prozent der Frauen, die 2017 eine Abtreibung vornehmen ließen, waren demnach zwischen 18 und 34 Jahre alt. 17 Prozent der Frauen waren zwischen 35 und 39 Jahre alt und rund acht Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von drei Prozent. Außerdem teilten die Statistiker mit, dass rund 39 Prozent der Frauen vor dem Schwangerschaftsabbruch noch keine Lebendgeburt hatten. Insgesamt wurden 96 Prozent der gemeldeten Abtreibungen nach der Beratungsregelung vorgenommen. Vier Prozent der Fälle wurden auf medizinische oder kriminologische Gründe zurückgeführt, etwa aufgrund einer Vergewaltigung.

Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (61 Prozent) erfolgten den Angaben zufolge mit der Absaugmethode, gefolgt von medikamentösen Abbrüchen (21 Prozent). Die Eingriffe wurden überwiegend ambulant vorgenommen - rund 79 Prozent in gynäkologischen Praxen und 18 Prozent ambulant im Krankenhaus. 
Sieben Prozent der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.
Im vierten Quartal 2017 stieg die Abbruch-Quote noch einmal an. In diesem Zeitraum seien rund 24 300 Abtreibungen gemeldet worden, das entsprach 4,3 Prozent mehr als im vierten Quartal 2016.

DT/KNA

 

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