Wirtschaft

Zahl von Hackerangriffen steigt – sind Kryptowährungen noch sicher?

Hacker sind schon seit dem Aufkommen der ersten Computer eine ständige Bedrohung. Denn immer wieder versuchen Unbekannte und Kriminelle, illegal auf Daten von Festplatten sowie anderer Speichermedien zuzugreifen.
Bitcoin Münze
Foto: Pixabay

Hacker sind schon seit dem Aufkommen der ersten Computer eine ständige Bedrohung. Denn immer wieder versuchen Unbekannte und Kriminelle, illegal auf Daten von Festplatten sowie anderer Speichermedien zuzugreifen. Trotzdem waren derartige Angriffe in der Vergangenheit relativ selten und sie geschahen eher sporadisch. Einer der Hauptgründe dafür war die Tatsache, dass Hacker und Computerexperten unmittelbaren und direkten Zugriff auf das jeweilige Gerät haben mussten. Das gestaltete sich in der Regel extrem schwierig, weswegen Hackerangriffe eher selten waren.

Das änderte sich allerdings grundlegend mit dem weltweiten Siegeszug des Internets. Durch das World Wide Web waren immer mehr Menschen über Grenzen und Kontinente hinweg miteinander verbunden. Durch diese neue Art der Kommunikation konnten diejenigen, die Interesse an gespeicherten Daten hatten, einfacher Zugriff darauf erhalten. Schließlich gab es nun die Möglichkeit, aus großer Entfernung tätig zu werden.

Ein digitales Zahlungsmittel für das World Wide Web

Doch das Internet beziehungsweise dessen „Revolution“ war nur eine der bedeutenden Neuerungen der letzten Jahrzehnte. Mindestens ebenso revolutionär sind die sogenannten Kryptowährungen. Dabei handelt es sich um Währungen, die nicht physischer Natur sind, sondern nur digital existieren. Diese Art von Geld – wie zum Beispiel der Bitcoin – wurde zuerst nur als Handelsmöglichkeit gesehen, entwickelte sich aber immer mehr zu einem anerkannten Zahlungsmittel. Plötzlich war es beispielsweise möglich, über das Internet mit digitalen Währungen seinen Urlaub zu bezahlen oder Gegenstände des alltäglichen Bedarfs zu erwerben. Für viele Nutzer liegt der Reiz hierin vor allem darin, dass digitale Währungen nicht wirklich einem Besitzer zugeordnet werden können. Ebenfalls interessant ist der Punkt, dass Kryptowährungen äußerst volatil sind und somit extremen Kursschwankungen unterliegen. Händler und Anleger, die in Kryptowährungen investieren, können dadurch unter Umständen innerhalb kurzer Zeit hohe Gewinne erzielen. Aktuell sind kaum gesicherte Werte verfügbar, aber es wird geschätzt, dass mittlerweile hunderte von Billionen Dollar im Internet als digitale Währungen kursieren.

Hackerangriffe gehen von organisierten Gruppen aus

Derartige Summen sind natürlich ein attraktives Ziel für Hacker aus aller Welt. Nicht ohne Grund wird seit der Entwicklung des Bitcoins eine immer größer werdende Anzahl an versuchten Angriffen auf digitale Währungen registriert. Doch wer glaubt, dass es hier nur um einige einzelne hochbegabte Nerds geht, die einfach mal versuchen wollen, ob sie die Sicherheitsvorkehrungen knacken können, der liegt völlig falsch. Tatsache ist, dass es mittlerweile ganze Gruppen und Organisationen gibt, die Hackerangriffe auf Kryptowährungen durchführen. Dabei werden Erfahrungen ausgetauscht, neue Strategien des Hackens ausprobiert und – besonders wichtig – Verschleierungen des jeweiligen Standortes vorangetrieben, um sicherzustellen, dass die Gruppe und ihre Tätigkeiten nicht auffliegen. Tatsächlich werden Hackerangriffe auf Kryptowährungen mittlerweile sogar schon durch einige Staaten unterstützt und das mit Erfolg. So ist es zum Beispiel Hackergruppen – welche Nordkorea zugeordnet werden – gelungen, mehrere Millionen USD in Bitcoins durch Hackerangriffe zu stehlen. Gerüchten zufolge sollen aber auch andere Länder Hackergruppen einsetzen, um durch Angriffe auf digitale Währungen wirtschaftlichen Schaden zu verursachen. Sollten diese Gerüchte der Wahrheit entsprechen, haben Hackerangriffe auf Kryptowährungen eine neue Qualität, da sie sich auf die Organisationsfähigkeit, logistische Unterstützung und Verschleierungsfähigkeiten eines Staates stützen können.

Maßnahmen zum Schutz von Kryptowährungen

Die Maßnahmen, welche von den Entwicklern der Kryptowährungen und den Nutzern von Bitcoin und Co. getroffen werden, um solche Angriffe zu verhindern, sind zum Teil sehr unterschiedlich und hängen hauptsächlich von den finanziellen Möglichkeiten der Betreiber ab. Natürlich werden Hacker nicht einfach das Bitcoin-Netzwerk oder die Mining-Unternehmen hacken können und ihre eigenen Bitcoin produzieren – das ist quasi unmöglich. Der wirkliche Schwachpunkt liegt dann oft eher bei den Betreibern von E-Wallets. Hier werden immer häufiger illegale Versuche registriert, auf die Kundenkonten zuzugreifen. Es ist somit wenig verwunderlich, dass große Anbieter von E-Wallets mittlerweile riesige Summen in die Konten- und Datensicherheit investieren, um das Geld ihrer Nutzer bestmöglich zu sichern und das mit Erfolg, denn bislang konnten bei fast allen namhaften Anbietern illegale Zugriffe verhindert werden.

So schützen Sie Ihre digitalen Währungen vor Hackerangriffen

Das Problem liegt vielmehr in den zahlreichen kleineren Anbietern, die jedes Jahr neu auf den Markt drängen. Diese können sich zu Anfang oft noch nicht das ganz große Sicherheitspaket zulegen und sind somit anfälliger für Hackerangriffe wie ihre großen Konkurrenten. Ebenfalls eine hohe Gefährdung geht durch schlecht gesicherte E-Mail-Konten aus. Auf diesen finden Hacker oft die nötigen Infos, um auf Nutzerkonten zuzugreifen und diese dann leerzuräumen.
Nutzer, die ihre Kryptowährungen schützen wollen, sollten also vor allem große und bekannte E-Wallet-Anbieter nutzen. Des Weiteren ist es von Relevanz, ein E-Mail-Konto bei einem bekannten und zertifizierten Anbieter zu wählen und ein möglichst sicheres Passwort zu nutzen. Das darf ruhig schwer zu merken sein, denn wenn Sie es auf ein Blatt Papier schreiben und in einen regulären Ordner ablegen, können Hacker nicht darauf zugreifen. 

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