Umfrage: Bürger kritisieren Fehlen sozialer Gerechtigkeit

Gütersloh (DT/KNA) Mehr als zwei Drittel der Deutschen kritisieren einer Umfrage zufolge mangelnde soziale Gerechtigkeit. Laut einer am Donnerstag in Gütersloh veröffentlichten Erhebung der Bertelsmann Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung sind 70 Prozent der Bürger der Ansicht, die wirtschaftlichen Verhältnisse hierzulande seien kaum oder gar nicht gerecht. 60 Prozent monierten, das Land biete den hier lebenden Menschen sehr unterschiedliche Chancen. Fehlende Generationengerechtigkeit beklagten 59 Prozent der Befragten. Zum Abbau der Staatsverschuldung soll der Staat nach Meinung von 73 Prozent lieber sparen und seine Ausgaben einschränken, anstatt durch Steuererhöhungen mehr Geld einzunehmen. Bei der Minderheit, die sich für höhere Steuern ausspricht, lagen den Angaben zufolge die Erhöhung des Spitzensteuersatzes und eine Wiedereinführung der Vermögensabgabe weit vorn. An der repräsentativen Befragung des Instituts für Demoskopie in Allensbach nahmen 1 767 Erwachsene teil. Auf die Frage, wofür der Staat eventuelle Mehreinnahmen verwenden sollte, votierten 63 Prozent der Bürger für höhere Bildungsausgaben, 62 Prozent für Schuldenabbau, 47 Prozent für eine Senkung der Sozialabgaben und 36 Prozent für eine niedrigere Lohn- und Einkommensteuer. Lediglich 31 Prozent gaben an, der Staat solle im Falle von höheren Steuereinnahmen die sozial schwachen Bevölkerungsgruppen stärker unterstützen.

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