Tafeln fordern stärkeren Kampf gegen Armut

Köln (DT/KNA) Die deutschen Tafeln haben von der Politik mehr Engagement im Kampf gegen Armut gefordert. Der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche Tafel, Gerd Häuser, verteidigte am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“ zugleich das soziale Engagement seiner Organisation. „Die Politik muss Lösungen dafür finden, dass Arbeit für jedermann da ist“, sagte er zum Auftakt des Bundestreffens der Tafeln in Göttingen. „Daseinsfürsorge ist in erster Linie Teil der Politik und nicht der Tafeln.“ Die Bundesregierung solle zudem einen Armutsbeauftragten ernennen. Häuser räumte ein, dass man sich möglicherweise lauter zu Wort melden müsse. Kritiker halten den Tafeln vor, dass sie die Menschen als passive Hilfsempfänger behandeln, nicht gegen die Ursachen der Hilfsbedürftigkeit ankämpfen und den Armen keine Auswege aus ihrer Situation ermöglichen. Rund eine Million Menschen in Deutschland nutzen mittlerweile die tägliche Hilfe durch bundesweit derzeit 842 Tafeln. Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer beträgt etwa 40 000. Die in den 1960er Jahren in den USA entstandene Idee zur Tafelbewegung basiert darauf, dass noch verzehrfähige Lebensmittel, die etwa wegen Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder beschädigter Verpackung nicht mehr in den Verkauf gehen, durch ehrenamtliche Kräfte an Bedürftige kommen.

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