EU-Parlament: Bessere Kontrolle bei Hilfsgeldern

Brüssel (DT/KNA) Das Europaparlament fordert eine wirksamere Kontrolle der humanitären Hilfe der EU. Die Kommission müsse die Zuverlässigkeit ihrer Partnerorganisationen besser prüfen, verlangten die Abgeordneten am Donnerstag in Brüssel. Für Gelder, die über UN-Organisationen ausgegeben würden, gebe es keine ausreichende Kontrolle. Grundsätzlich brauche es mehr Wirksamkeit und weniger Bürokratie. Mit Blick auf die Erdbebenkatastrophe in Haiti und die Flutkatastrophe in Pakistan von 2010 übt das Europaparlament Kritik am UN-Büro für humanitäre Hilfe (OCHA). Beide Katastrophen hätten gezeigt, dass das UN-Büro seiner Koordinierungsfunktion nicht nachgekommen sei. Gründe dafür seien unter anderem fehlende Kapazitäten, eine mangelhafte Bedarfsermittlung und eine ungenügende technische Ausstattung. Nach Angaben des EU-Parlaments stellten die EU und ihre Mitgliedstaaten 2010 knapp drei Milliarden Euro an Hilfe zur Verfügung. Etwa 1,1 Milliarden Euro seien über die EU-Kommission gezahlt worden. Die EU sei damit größter Geber weltweit. Rund die Hälfte der humanitären Hilfe sei zuletzt über Nichtregierungsorganisationen ausgezahlt worden, etwa zwei Fünftel über UN-Einrichtungen. Rund 40 Prozent der Gelder für die humanitäre Hilfe gingen demnach nach Afrika.

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