Entwicklungshilfe: Feste Quote beibehalten

Aachen/Berlin (DT/KNA) Entwicklungsorganisationen haben davor gewarnt, sich von einer festen Quote für die Entwicklungshilfe zu verabschieden. Das sei ein fatales Signal, erklärte das katholische Hilfswerk Misereor am Donnerstag in Aachen. Die Armutsbekämpfung drohe ansonsten unverbindlich zu werden. Die Dachorganisation der Entwicklungsorganisationen VENRO erklärte, Qualität und Quantität seien „keine Gegensätze, sie sind nicht voneinander zu trennen“. Die Bundesregierung verabschiede sich mit dieser Aussage von dem im Koalitionsvertrag verankerten 0,7 Prozent-Ziel und schade damit nicht nur der Entwicklungspolitik, sondern auch dem internationalen Ansehen Deutschlands, sagte der Vorsitzende Ulrich Post. Auch das Hilfswerk „Gemeinsam für Afrika“ betonte, unverbindliche Zielvorgaben bürgen die Gefahr einer ständigen Unterordnung der staatlichen Entwicklungshilfe unter andere Finanzbedarfe. Die Distanzierung von der 0,7-Prozent-Quote sei nicht nur „ein Wortbruch, sondern ein symbolträchtiges Negativzeichen gegenüber unseren Partnern im globalen Sinne“. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hatte am Mittwoch erklärt, dass das selbst auferlegte Ziel hinterfragt werden müsse, wonach 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens in die Entwicklungszusammenarbeit fließen sollen. Wichtiger als diese Quote sei die Frage, welche Wirkung vor Ort mit den Mitteln erzielt werde, so Niebel weiter.

Themen & Autoren

Kirche