Außenhandel schwächelt

Deutsches Staatsdefizit sinkt – Dämpfer für Konjunktur

Wiesbaden (DT/dpa) Der Aufschwung spült reichlich Geld in den Staatssäckel: Dank der guten Konjunktur in Deutschland sank das Staatsdefizit im vergangenen Jahr auf 1,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Damit hat sich die Kassenlage des Staates auch infolge des robusten Arbeitsmarktes deutlich verbessert: Das Minus von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung fiel um 80 Milliarden Euro geringer aus als im Vorjahr. Dennoch ist der Schuldenberg weiter gewachsen.

Gleichzeitig bestätigten die Statistiker am Freitag, dass die schwächelnde Weltkonjunktur den zuvor rasanten Aufschwung zum Jahresende stoppte. Preis-, saison- und kalenderbereinigt schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal um 0,2 Prozent zum Vorquartal.

Diesen Dämpfer begründeten die Statistiker vor allem mit dem schwächelnden Außenhandel. Auch der private Konsum ging zum Vorquartal zurück, während der Staat seine Konsumausgaben leicht erhöhte. Positive Impulse kamen demnach von den Investitionen im Bausektor. Hingegen stagnierten die Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge auf dem Niveau des dritten Vierteljahres. Insgesamt war 2011 mit einem BIP-Wachstum von 3,0 Prozent aber ein sehr gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft.

Die Dynamik dürfte 2012 vor allem wegen der Unsicherheiten durch die Euro-Staatsschuldenkrise nachlassen, auch wenn die Konjunkturbarometer zuletzt wieder stiegen. Besonders optimistisch äußerte sich am Freitag die staatseigene Förderbank KfW. Sie erwartet schon im Frühling die Kehrtwende nach oben. Für das Gesamtjahr prognostiziert sie ein Plus von 1,2 Prozent. Damit ist sie zuversichtlicher als das Gros der Institute.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kann sich jedenfalls freuen: Erstmals seit 2008 hielt Deutschland wieder die Obergrenze des EU-Stabilitätspaktes ein, nachdem das Defizit auch wegen der Konjunkturpakete in den beiden Vorjahren deutlich höher ausgefallen war.

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