Armut und Klimawandel

Umfrage in Europa über die wichtigsten globalen Probleme

Die Bürger Europas sind weiter der Meinung, der Klimawandel stelle ein ernstes Problem dar und seine Bekämpfung könne dem Wirtschaftswachstum in der EU neue Impulse verleihen. So lassen sich die wichtigsten Schlussfolgerungen der am Donnerstag veröffentlichten Sonderumfrage aus der Reihe Eurobarometer zusammenfassen.

Margot Wallström, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission sagte hierzu: „Die Bürger fordern hiermit klar, in der EU-Politik dem Kampf gegen den Klimawandel weiterhin oberste Priorität einzuräumen. Damit wird unsere Überzeugung bestätigt, dass sich der Kampf gegen den Klimawandel und die Bewältigung der Rezession nicht gegenseitig ausschließen.“

Laut Umfrage betrachten 63 Prozent aller Bürger die Problematik des Klimawandels als sehr ernst und weitere 24 Prozent als ziemlich ernst. Nur zehn Prozent der Befragten sind der Meinung, der Klimawandel sei kein ernstes Problem und drei Prozent haben keine Meinung dazu. Nach Auffassung von 47 Prozent der Befragten ist der Klimawandel eines der zwei wichtigsten globalen Probleme der heutigen Welt. Mit 69 Prozent aller Stimmen wird nur die Problematik der Armut noch höher eingestuft. Die meisten Europäer (62 Prozent) sind dabei der Meinung, der Prozess des Klimawandels sei nicht unaufhaltsam.

Die Erhebung zeigt auch, dass eine große Mehrheit der Meinung ist, der Kampf gegen den Klimawandel könne dem Wirtschaftswachstum in der EU neue Impulse verleihen. Beinahe zwei Drittel aller EU-Bürger meinen, der Kampf gegen den Klimawandel könne sich positiv auf die europäische Wirtschaft auswirken. Dieser Auffassung sind insgesamt 63 Prozent der Befragten, verglichen mit 56 Prozent in dem Zeitraum März–April 2008. Darüber hinaus stimmten 66 Prozent der Bürger damit überein, dass der Umweltschutz als Motor des wirtschaftlichen Wachstums in der EU fungieren könne.

Die Mehrheit der Europäer ist der Auffassung, dass die Industrie, die Bürger selbst, die nationalen und lokalen Regierungen sowie die EU nicht genug für den Kampf gegen den Klimawandel unternähmen. Nur 19 Prozent sind der Meinung, die Maßnahmen der Unternehmen und der Industrie seien ausreichend für eine erfolgreiche Bekämpfung des Klimawandels, 30 Prozent der Bürger sind dieser Meinung in Bezug auf die EU. Trotz dieser positiven Entwicklung im Vergleich zu den Zahlen vom Zeitraum März–April 2008 ist jeweils eine Mehrzahl der Befragten (55 Prozent beziehungsweise 72 Prozent) der Meinung, auf der Ebene der Unternehmen beziehungsweise der EU werde nicht genug gegen den Klimawandel unternommen. 63 Prozent der Europäer bestätigen, selbst etwas in der einen oder anderen Form gegen den Klimawandel unternommen zu haben. 31 Prozent der Befragten hingegen gaben an, nichts unternommen zu haben.

49 Prozent der Befragten gaben an, sie seien bereit, höhere Preise für Energie aus Quellen zu akzeptieren, die weniger Treibhausgasemissionen verursachen, 27 Prozent der Bürger wären dazu nicht bereit. 24 Prozent gaben hierzu nichts an. Von denjenigen, die bereit wären, höhere Preise zu akzeptieren, gab die Hälfte an, sie wären nicht bereit, mehr als fünf Prozent zusätzlich zu zahlen.

Die Eurobarometer-Sonderumfrage wurde von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben. Die Befragungen wurden von August bis September 2009 unter 26 719 Bürgern in 27 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt. DT/pd

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