Millionenverlust droht

Nach Finanzskandal stärken Mitglieder Führung der Sozialwerke

Düsseldorf (DT/KNA) Der drohende Millionenverlust bei den Sozialwerken des Düsseldorfer Franziskaner-Ordens zieht vorerst keine personellen Konsequenzen nach sich. Die Mitgliederversammlung des Trägervereins, dem durch die Insolvenz eines Anlageunternehmens ein Millionenverlust droht, sprach der Führungsspitze am Mittwoch ihr Vertrauen aus. Wie der Orden am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte, steht das oberste Kontrollgremium weiter hinter dem Vorsitzenden des Trägervereins, Bruder Matthäus Werner, und dem besonderen Vertreter Heinz-Theo Wollschläger. Vertreter der Düsseldorfer Obdachlosenzeitung „fiftyfifty“, dessen Träger das Sozialwerk ist, hatten in den vergangenen Tagen einen Personalwechsel gefordert. Zugleich setzten sie die Zusammenarbeit mit Bruder Matthäus aus. Wie der Orden weiter mitteilte, sei die Arbeit des Sozialwerks nicht gefährdet: „Die Prüfung einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat ergeben, dass der Verein seine gewöhnliche Geschäftstätigkeit uneingeschränkt aufrechterhalten kann.“

Zum jetzigen Zeitpunkt könne man noch nicht vorhersagen, wie viel Geld der Orden von dem insolventen Unternehmen zurückbekommen werde, hieß es. Der Verein sehe sich bei seinen Investitionsentscheidungen getäuscht, da die Anlageentscheidungen auf Basis von Empfehlungen verschiedener Persönlichkeiten und bester Ratings erfolgt sei. Letzte Woche war bekannt geworden, dass dem Sozialwerk des Ordens durch die Insolvenz des Dresdner Anlageunternehmens Infinus ein Verlust von 7,2 Millionen Euro droht. Nach eigenen Angaben legte das Werk seit 20 Jahren Geld aus Rücklagen sowohl kurz- als auch langfristig bei Infinus an.