Kolumne: Umweltschutz weiterentwickeln

Claus Hipp wird 70
Professor Claus Hipp. Foto: Archiv
Claus Hipp wird 70
Professor Claus Hipp. Foto: Archiv

Der Schutz der Umwelt ist eine Aufgabe für die Lebensbedingungen der kommenden Generation. Wer die Zukunft aktiv mitgestalten will, der muss auch seinen Beitrag für die Entwicklung der Umwelt leisten.

Bei HiPP haben wir unternehmensinterne Umweltleitlinien und -vorschriften, die fortwährend den aktuellen Entwicklungen angepasst werden. Mit dem Umweltschutz ist es möglich, dem technischen Fortschritt eine Richtung zu geben. Die Bewahrung der Schöpfung ist eingebettet in die Kultur des Unternehmens HiPP. Es geht uns darum, hochwertige Nahrungsmittel für Säuglinge und Kleinkinder aus biologischer Erzeugung herzustellen und wir fühlen uns darüber hinaus verpflichtet, unseren Beitrag zu einer gesunden Umwelt für ihr ganzes Leben zu leisten.

Auf der 68. UN-Vollversammlung am 17. September in New York wurde vor allem der Klimaschutz als Aufgabe für die Bewahrung der Schöpfung beleuchtet. Dabei handelt es sich um eine Überlebensfrage der Menschheit. Im Gotteslob der katholischen Kirche findet sich bei der Nummer 680,4 ein Gebetsabschnitt für die Schöpfung, den ich gerne bete: „Die Schöpfung ist uns geschenkt als ein Ort des Lebens: unsere Welt – eine einmalige Gabe in der Zeit. Die Erde, unsere Heimat in ihrer Schönheit, aber auch in ihrer Verletzlichkeit, ist uns vom Schöpfer anvertraut.“ In seinem Werk „Das Ende der Neuzeit“ spricht Romano Guardini bereits 1950 davon, dass der technische Fortschritt uns einen Zuwachs an Machtmöglichkeiten gegeben hat. Die sozialethische Perspektive der Zukunft der Menschheit sollte so angelegt sein, dass alle Menschen eine gute Chance haben zu leben. Mit seiner Enzyklika Laudato si' (2015) spricht Papst Franziskus die Umwelt- und Klimafragen auf höchstem wissenschaftlichen Niveau an und eröffnet damit den Dialog der katholischen Kirche mit der globalen Zivilgesellschaft für eine Reflexion der ethischen Implikationen ihrer ökonomischen Entscheidungen: „In dieser Enzyklika möchte ich in Bezug auf unser gemeinsames Haus in besonderer Weise mit allen ins Gespräch kommen.“ (Nr. 3) Damit ist der Aufbruch für die Erneuerung der katholischen Soziallehre gemacht. Papst Franziskus bespricht in seiner Enzyklika über die „Sorge für das gemeinsame Haus“ einige Zentralthemen, wie er es in Nr. 16 nennt: „die enge Beziehung zwischen den Armen und der Anfälligkeit des Planeten; die Überzeugung, dass in der Welt alles miteinander verbunden ist; die Kritik am neuen Machtmodell und den Formen der Macht, die aus der Technik abgeleitet sind; die Einladung, nach einem anderen Verständnis von Wirtschaft und Fortschritt zu suchen, den Eigenwert eines jeden Geschöpfes, der menschliche Sinn der Ökologie; die Notwendigkeit aufrichtiger und ehrlicher Debatten; die schwere Verantwortung der internationalen und lokalen Politik; die Wegwerfkultur und der Vorschlag eines neuen Lebensstils“.

Nachdem der Papst diesen Schlüssel zu seiner Enzyklika genannt hat, schreibt er den Kernsatz: „Das Klima ist ein gemeinsames Gut von allen und für alle.“ (Nr. 23) In Bezug auf den Klimawandel stellen sich dem Betrachter drei Fragen: 1. Ist er durch den Menschen verursacht? 2. Sollen wir uns Sorgen machen? 3. Können wir etwas dagegen tun? Papst Franziskus hat diese drei Fragen für sich mit Ja beantwortet und deshalb seine Enzyklika vorgelegt. Für Papst Franziskus ist der Schutz der Erde – nach biblischem Auftrag die Erde zu bebauen und zu behüten –, das Gebot der Stunde. Dazu können wir nach der Methode des Dreischritts „sehen – urteilen – handeln“ vorgehen. Wie wichtig Papst Franziskus der Umwelt- und Klimaschutz ist, zeigt sich beim Empfang des Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump im Vatikan im Mai 2017: Der Papst ermahnte den US-Präsidenten, sich an die Vereinbarungen der Klimakonferenz von Paris (2016) zu halten und überreichte ihm ein Exemplar seiner Enzyklika Laudato si'.

Es ist mir persönlich ein Anliegen, meinen Beitrag für den Schutz des gemeinsamen Hauses zu leisten. Für meine fünf Kinder und zwölf Enkelkinder sowie für alle Menschen wünsche ich mir eine gute Zukunft auf diesem Planeten. Jeder kann seinen Beitrag leisten. Was den Umwelt- und Klimaschutz angeht, wird die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft ihren Beitrag leisten. Wir stehen erst am Anfang!

Der Autor ist Geschäftsführender Gesellschafter des Nahrungsmittel- und Babykostherstellers Hipp.