Geld schießt Tore – auch im internationalen Terrorismus

UN–Experte erblickt in Armut und Unbildung Wurzeln des Terrors

München (DT/KNA) Terrorismus und Fundamentalismus wurzeln nach den Worten des Regionaldirektors des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, Muhannad Hadi, in Armut und mangelnder Bildung. „In so einer Situation kann man Menschen Geld in die Hand drücken und ihnen erklären, was sie für richtig und was sie für falsch halten sollen“, sagte Hadi in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag).

Wer arm und wenig gebildet sei, könne sehr leicht rekrutiert werden. „Nicht nur in Syrien, auch im noch stabileren Libanon. Und in vielen anderen Staaten.“ Dagegen helfe nur der Kampf gegen Armut und für Bildung. „Menschen müssen wissen, dass man sie nicht vergisst. Dass sie nicht auf die tödlichen Boote steigen müssen. Dass sie nicht das Geld des IS annehmen müssen“, betonte Hadi.

Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ verfüge über viel Geld. In ihrem Herrschaftsbereich erhalte eine Familie umgerechnet bis zu 400 US-Dollar im Monat – ein Universitätsprofessor in Damaskus verdiene dagegen nur rund 20 Dollar. „Das klingt ganz banal und ist extrem gefährlich.“