Es geht um die nackte Existenz

Bayerische Caritas fordert Konjunkturprogramm für Arme

München (DT/KNA) Die Caritas in Bayern hat die Politik ermahnt, angesichts der bevorstehenden Rezession die Armen nicht zu vergessen. Die staatlichen Hilfen für das Bankensystem und die Wirtschaft seien kurzfristig wichtig, um weitere soziale Verwerfungen abzufedern, räumte Landes-Caritasdirektor Karl-Heinz Zerrle ein. „Aber über eine Unterstützung der kranken, pflegebedürftigen, behinderten, arbeitslosen und armen Menschen habe ich bislang von der Politik nichts gehört“, bedauerte der Prälat. Diese Gruppen seien aber am meisten vom Finanzcrash bedroht. Bei ihnen gehe es „um die nackte Existenz“. Zerrle warnte den Staat, sich bei der Finanzierung von Konjunkturprogrammen an Sozialleistungen zu vergreifen oder durch Steuererhöhungen Familien und sozial Schwache noch weiter in die Not zu treiben. Statt dessen müssten endlich Steuerschlupflöcher geschlossen werden. Billionen Dollar würden weltweit in Steuerparadiesen gebunkert, sagte der Prälat unter Berufung auf Angaben der OECD. Es sei nun an der Zeit, ein Unterstützungspaket für die Armen und den Sozialbereich zu schnüren.

Die Caritas forderte die Bundesregierung auf, den Hartz IV-Satz von 351 auf 420 Euro im Monat zu erhöhen. Dies stärke auch die Konjunktur. Die Sozialversicherungen müssten so weiterentwickelt werden, dass alle Bürger und alle Einkunftsarten herangezogen würden.