2013 droht eine Stagnation

Arbeitslosigkeit auf Rekordtief – Düstere Prognose für Südeuropa

Nürnberg/Stuttgart (DT/dpa) Deutschland hat so wenig Arbeitslose wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Erwerbslosen im Schnitt um 79 000 auf knapp 2,9 Millionen. Allerdings habe sich inzwischen die Dynamik verlangsamt, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Donnerstag in Nürnberg. Die Spuren der Konjunktureintrübung waren nach Weises Einschätzung bereits im Dezember sichtbar. Denn zum Jahresende 2012 lag die Zahl der Arbeitslosen mit 2,84 Millionen um 88 000 höher als im November und um 60 000 höher als vor einem Jahr. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt erwartet Weise für das Jahr 2013 weder einen spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit noch eine Trendwende zum Schlechteren. „Wir gehen auf der Basis der vorliegenden Grunddaten vielmehr davon aus, dass wir die Lage stabil halten können“, sagte Weise. Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) rechnet trotz der abflauenden Konjunktur im neuen Jahr mit keinem gravierenden Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Die Chancen stehen gut, dass der Arbeitsmarkt weiter robust reagiert“, sagte sie in Berlin.

Unterdessen droht sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den Ländern der Euro-Zone nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zu verschärfen. In der zweiten Jahreshälfte 2013 werde die Zahl der Arbeitslosen mit fast 20 Millionen Menschen ihren Höhepunkt erreichen, heißt es in der am Donnerstag in Stuttgart veröffentlichten Untersuchung. 2010 seien in den Ländern des Euro-Raums 15,9 Millionen Menschen ohne Stelle gewesen. Besonders schwarz sehen die Experten für Griechenland. Dort werde die Wirtschaft um 4,3 Prozent zurückgehen, lautete die Prognose. Erst ab 2015 wird mit einer Kehrtwende gerechnet. Die Arbeitslosenquote soll der Vorhersage zufolge im laufenden Jahr 28 Prozent aufweisen.

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