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Seelsorge im Terrorgebiet

Die katholische Kirche sei in Afrika dort präsent, wo sie am dringendsten gebraucht wird, sagt Regina Lynch, die Präsidentin von „Kirche in Not“, im Interview der „Tagespost“.
Regina Lynch, Präsidentin von „Kirche in Not“,
Foto: Ilona Budzbon/Aid to the Church in Need | Regina Lynch, Präsidentin von „Kirche in Not“, spricht mit der Tagespost über verfolgte Christen in Afrika.

Wie ist christliche Seelsorge in einem Kontext wachsenden islamischen Terrors möglich? Regina Lynch, die Geschäftsführende Präsidentin des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“, erklärt im Interview mit der „Tagespost“, wie ihre Organisation die katholische Kirche in der Sahelzone genau dabei unterstützt.

Epizentrum für Terrorismus

Die Sahelzone bildet in Afrika den Übergang von der Sahara zu den südlich angrenzenden Savannengebieten, quer durch Senegal, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, den Norden Nigerias, Tschad, Sudan und Eritrea. Die Vereinten Nationen sehen diese Region heute als „Epizentrum für gewalttätigen islamischen Terrorismus“. Schwache staatliche Strukturen und die drastischen Folgen des Klimawandels verschärfen zudem bestehende Konflikte um Ressourcen.

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Das Vorgehen der europäischen Politik gegen den Terrorismus hätten wenig Früchte gebracht, sagt Regina Lynch. „Dieser Krieg scheint aus diplomatischen und politischen Gründen verloren zu sein“, und nun trete das Drama der Menschen in der Sahel-Region, insbesondere der Christen, die vom Vormarsch des Terrorismus besonders hart getroffen werden, in den Hintergrund. Die katholische Kirche versuche trotz aller Schwierigkeiten gerade hier seelsorgerische und humanitäre Hilfe zu leisten. „Sie ist präsent, wo sie am nötigsten gebraucht wird!“

Christen werden der Scharia unterworfen

Ausführlich schildert Regina Lynch die alltägliche Diskriminierung der Christen, etwa im Norden Nigerias und in Burkina Faso, aber auch die Radikalisierung des Islam. So sei „die Gefahr einer gewaltsamen Islamisierung Nigerias real“. Dazu komme die Polarisierung der Bürger durch Korruption, Armut und alltägliche Gewalt.

Schlimmer als in Nigeria sei die Lage in Burkina Faso: Hier seien 40 Prozent in der Hand der Terroristen. „Mehr als zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht. Damit ist Burkina Faso neben Mosambik und der Ukraine eines der Länder mit den am stärksten steigenden Flüchtlingszahlen der Welt.“ Islamisten würden Christen zwingen, sich der Scharia zu unterwerfen und in Moscheen an den Gebeten teilzunehmen. Dramatisch sei die Lage auch in Niger, in Mali und im Tschad. DT/sba

Lesen Sie das ausführliche Interview mit der Präsidentin des Hilfswerks „Kirche in Not“ am Donnerstag in Ihrer „Tagespost“.

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