Rom

Salvini: Empörung über Freilassung Racketes

Er sei angewidert, gebe aber nicht auf und werde für Italien wieder Ehre, Stolz und Wohlergehen herstellen, so Innenminister Matteo Salvini. Gerechtigkeit kann er im Umgang mit der „Seawatch“-Kapitänin Rackete nicht erkennen.
Italiens Innenminsiter Salvini spricht in TV-Sendung
Foto: Riccardo Antimiani (ANSA) | Mit seinem Ton spricht Salvini viele Italiener an, die in der Aktion des Rackete-Schiffs von Anfang an eine Provokation und moralische Belehrung sahen

Die Freilassung von Carola Rackete, der deutschen Kapitänin des Flüchtlingsrettungsschiffes „Seawatch 3“ sorgt bei Italiens Innenminister Matteo Salvini für hitzige Stimmung. „Ungehorsam gegenüber staatlichen Gesetzen, italienische Soldaten angreifen, rammen, riskieren, sie umzubringen: das verdient keine Gefängnisstrafe. Und das soll Gerechtigkeit sein?“, erregte er sich auf Twitter.

Salvini übt harte Kritik an Richter-Entscheidung

Mit seinem Ton spricht Salvini viele Italiener an, die in der Aktion des Rackete-Schiffs von Anfang an eine Provokation und moralische Belehrung sahen. Ich bin empört“, twitterte er weiter, „ich bin angewidert, aber ich gebe nicht auf: Wir werden Ehre, Stolz, Wohlergehen, Hoffnung und Würde für unser Italien wiederherstellen, koste es, was es wolle.“

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Er schäme sich für Richter, die zuließen, „dass der erstbeste Verbrecher aus dem Ausland hier ins Land kommt, die Gesetze missachtet und das Leben der Soldaten aufs Spiel setzt“.

Papst Franziskus: der Anti-Salvini

Papst Franziskus gibt sich indes als Anti-Salvini: Am kommenden Montag feiert er im Petersdom eine Messe anlässlich des sechsten Jahrestages seiner ersten Reise als Papst auf die Flüchtlingsinsel Lampedusa. 250 Migranten und Flüchtlingshelfern dürfen daran teilnehmen. Die Basilika bleibt zu  - nur wer von der Sektion für Migranten und Flüchtlinge des Dikasteriums für integrale Entwicklung des Menschen eingeladen wurde, wird dabei sein.

DT

Wie sich Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zum Fall „Sea Watch“ geäußert hat, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 03. Juli 2019.

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