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Nigeria ist unfähig, seine Christen zu schützen

Der islamistische Terror der Fulani-Nomaden hat am Pfingstsonntag den christlichen Süden Nigerias erreicht.
Blick auf den Altar der katholischen Kirche St. Francis nach einem Angriff
Foto: Rahaman A Yusuf (AP) | Blick auf den Altar der katholischen Kirche St. Francis nach einem Angriff, in dem über 50 Menschen getötet worden sind.

Nigeria, der mit mehr als 200 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Staat Afrikas, versinkt in Chaos und Gewalt. Im muslimisch dominierten Norden des Landes wüten seit Jahren die Boko-Haram-Terroristen, weitgehend unbehelligt von den staatlichen Ordnungskräften. Nun aber hat der islamistische Terror auch den mehrheitlich christlichen Süden erreicht. Hier, im Südwesten Nigerias, in der St. Francis-Kirche von Owo in der Diözese Ondo, drangen am Pfingstsonntag mehrere Terroristen in das Gotteshaus ein und eröffneten das Feuer auf betende Kinder, Frauen und Männer.

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Schwäche des Staates

Die Pfingstmesse ging gerade zu Ende, der Pfarrer hatte das „Gehet hin in Frieden“ bereits gesprochen, da drangen die Mörder in die Kirche ein. Mindestens 80 Menschen fanden sofort den Tod, viele weitere dürften in den nächsten Stunden und Tagen sterben, weil es in den überfüllten Krankenhäusern der Region nicht ausreichend Blutkonserven, Medikamente und Verbandszeug gibt. Beides, der unbesiegte islamistische Terror und der desaströse Zustand des Gesundheitssystems, offenbaren die Schwäche des nigerianischen Staates. Nigerias Bischöfe warnen bereits vor der Anarchie.

Gewalt nicht im Griff

Der nigerianische Staat ist seit Jahren völlig unfähig, die vielfältige Gewalt in den Griff zu nehmen. Da ist der uralte Konflikt zwischen Viehhirten und Ackerbauern, die Raffgier krimineller Banden, der vom arabischen Ausland angeheizte Hass von radikalisierten Muslimen auf die Christen. Vieles davon kommt in den Gewalttaten – Morden, Vergewaltigungen und Vertreibungen – der Fulani-Nomaden zusammen. Ein dysfunktionaler Staat erweist sich als unfähig, seine Bürger zu schützen – und viele mutmaßen, die Regierung in Abuja sei sogar unwillig, den Terror gegen die Christen zu stoppen.

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Stephan Baier Christen Islamistischer Terror

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