Meldungen am 11. April 2019

Golan: Maroniten kritisieren Trump

Beirut (DT/KAP) Die maronitischen Bischöfe bedauern die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, die Souveränität Israels über die Golanhöhen anzuerkennen. Bei ihrer Monatsversammlung bezeichneten die Bischöfe laut katholischer Nachrichtenagentur „Fides“ die Entscheidung als „Verletzung des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen“. Sie widerspreche dem Recht eines jeden Volkes, ein Territorium wieder zu erlangen, das illegal von anderen Staaten oder militärischen Einheiten besetzt wurde. Während des Sechs-Tage-Krieges 1967 hatte Israel einen Teil der syrischen Golanhöhen erobert, 1981 wurde die Annexion des strategisch wichtigen Gebiets unmittelbar oberhalb des Sees Genezareth proklamiert.

Gespräche zum Südsudan im Vatikan

Vatikanstadt-Juba (DT/KAP) Am heutigen Donnerstag endet das zweitägige Friedenstreffen von Südsudans Präsident Salva Kiir und Oppositionsführer Riek Machar im Vatikan. Wie der Vatikan am Dienstag mitteilte, geht es auf eine Idee des anglikanischen Primas, Erzbischof Justin Welby von Canterbury, zurück. Organisiert wurde die als „geistliche Einkehr“ deklarierte Begegnung von Welbys Büro und dem vatikanischen Staatssekretariat. Geladen sind neben den Erzrivalen Kiir und Machar Verantwortungsträger der gemeinsamen Übergangsregierung, die ab 12. Mai starten soll. Das afrikanische Land will damit einen seit 2013 währenden blutigen Konflikt beenden. Zum Ende des Treffens am Donnerstagnachmittag ist eine Rede von Papst Franziskus geplant.

 GB: Scheidungsrecht reformiert

London (DT/KNA) Der britische Justizminister David Gauke hat die weitreichendste Reform des Scheidungsgesetzes in England und Wales der vergangenen 50 Jahre verkündet. Laut Medienberichten (Dienstag) sollen Scheidungen künftig wesentlich zügiger und ohne den Nachweis von Schuld vollzogen werden können. Die Gesetzesänderung, die im Londoner Parlament auf breite Unterstützung stieß, soll in spätestens drei Monaten in Kraft treten, wie Gauke mitteilte. Man wolle mit ihr künftig verhindern, dass sich ein Partner gegen die Scheidung sperren könne und der Scheidungsprozess durch ein „überholtes Gesetz und ein erbittertes Spiel der Schuldzuweisungen“ zusätzlich vergiftet werde, so der Justizminister. Bis dato muss der Antragsteller der Scheidung beweisen, dass sein Partner entweder durch Ehebruch, böswilliges Verlassen oder unvernünftiges Verhalten schuld an der Trennung ist. In Deutschland galt das sogenannte Verschuldensprinzip bis zur Reform des Familienrechts im Jahr 1977. Im vergangenen Jahr hatten laut BBC-Angaben 188 000 Menschen in England und Wales die Scheidung eingereicht.

Festnahmewelle gegen Kritiker auf Kuba

Havanna (DT/KNA) Auf Kuba ist es nach Angaben der Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung (CCDHRN) im März erneut zu zahlreichen willkürlichen Festnahmen von Regimekritikern gekommen. Insgesamt seien 185 Fälle verzeichnet worden, teilte die oppositionelle Organisation am Dienstag mit. Derzeit sollen sich rund 130 politische Gefangene in Haftanstalten befinden. Im vergangenen Jahr hatte die CCDHRN insgesamt 2 873 politisch motivierte Verhaftungen gezählt. In diesem Monat tritt die neue kubanische Verfassung in Kraft. Die katholische Kirche hatte zuletzt Kritik an einer „fehlenden Pluralität“ in der neuen Verfassung geübt.

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