München/Gleiwitz

Meier zu Ukrainekrieg: Rein pazifistischer Ansatz greift zu kurz

Es handele sich um einen Angriffskrieg von Seiten Putins – daher müsse das Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ nachjustiert werden, so der Augsburger Bischof.
Augsburger Bischof Meier zum Krieg in der Ukraine
Foto: Nicolas Armer (dpa) | Meier zufolge könne man von den Polen lernen, „was es heißt, nicht nur Geld zu spenden, sondern Herzen zu öffnen und Hände und Füße ganz mobil zu machen, um Menschen, die zu uns kommen, aus der Ukraine aufzunehmen“.

Ein rein pazifistischer Ansatz nach dem Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ greift im Ukraine-Krieg zu kurz. Darin seien sich die Teilnehmer eines Treffens der deutsch-polnischen Kontaktgruppe der katholischen Bischöfe im schlesischen Gleiwitz (Gliwice) einig gewesen. Dies betont der Augsburger Bischof Bertram Meier in einem Interview mit dem christlichen Sender katholischer Prägung „Radio Horeb“.

Befürchten, dass es nicht bei der Ukraine bleibt

Man habe klar festgestellt, so Meier, der das Gremium gemeinsam mit dem Bischof von Gleiwitz, Jan Kopiec, leitet, „dass es sich um einen Angriffskrieg handelt von Seiten Putins und dass das reine Motto ,Frieden schaffen ohne Waffen‘ nachjustiert werden muss“. Es sei ganz entscheidend wichtig, dass die Ukraine sich wehren dürfe, weil sie attackiert worden sei und dass die Ukraine eine Art Stellvertreterkrieg führen müsse. „Denn wir befürchten, dass es am Ende nicht bei der Ukraine bleibt“, so Meier, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist. Die Art der Waffenlieferungen habe beim Austausch der deutschen und polnischen Bischöfe allerdings eine geringere Rolle gespielt. „Wir sind Bischöfe und keine Politiker“, meint Meier.

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Ein ausdrückliches Lob spricht der Augsburger Bischof den polnischen Bischöfen für ihren Umgang mit Flüchtlingen aus der Ukraine aus. Diese hätten nicht nur Soforthilfe geleistet sondern auch versucht, „Kinder und Jugendliche möglichst rasch nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern auch menschlich zu integrieren“. Themen wie Schulbildung, Kindergärten oder Integration seien von den polnischen Bischöfen „ganz, ganz groß gemacht worden“.

Von den Polen lernen

Meier zufolge könne man von den Polen lernen, „was es heißt, nicht nur Geld zu spenden, sondern Herzen zu öffnen und Hände und Füße ganz mobil zu machen, um Menschen, die zu uns kommen, aus der Ukraine aufzunehmen“. In Deutschland seien dies sogar wesentlich weniger als in Polen. In diesem Zusammenhang warnt Meier davor, die Lage zu dramatisieren: „Das werden wir schaffen. Und Menschen aus der Ukraine, auch junge Leute, sind gut zu integrieren, davon sind wir überzeugt.“

Die Kontaktgruppe der deutschen und polnischen Bischöfe ist in dieser Woche im schlesischen Gleiwitz zu einem Austausch zusammengekommen. Es war das erste Treffen der Gruppe seit 2019.  DT/mlu

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