Mehrheit hält Kritik Merkels an Essener Tafel für falsch

In einer Umfrage für die "Bild"-Zeitung bezeichnen 52,5 Prozent der Befragten die erste Kritik von Bundeskanzlerin Merkel an der Essener Tafel für nicht berechtigt.
Essener Tafel
Foto: Roland Weihrauch (dpa) | 26.02.2018, Nordrhein-Westfalen, Essen: Ein Fahrzeug der Essener Tafel ist mit dem Wort "Nazis" beschmiert worden. Die Essener Tafel will keine nichtdeutschen Neukunden mehr aufnehmen.

Laut einer aktuellen INSA-Umfrage für die „Bild“-Zeitung vom Mittwoch halten 52,5 Prozent der Deutschen die erste Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Essener Tafel nicht für „berechtigt“. 37,3 Prozent dagegen geben Merkel Recht. Zudem finden es 57,6 Prozent der Befragten richtig, dass die „Tafel entschieden hat, vorerst nur noch Inhaber eines deutschen Passes aufzunehmen“. 27,2 Prozent finden den Entschluss falsch. Die Kanzlerin hatte den Entschluss der Tafel, vorerst keine neuen Bedarfskarten an Ausländer auszugeben, zunächst mit den Worten kommentiert: „Ich glaube, da sollte man nicht solche Kategorisierungen vornehmen. Das ist nicht gut, aber es zeigt auch den Druck, den es gibt.“ Später hatte sie den Mitarbeitern Respekt gezollt und deren Verantwortung für die eigene Ausgabepraxis betont.
Auf die Frage, ob Merkel die Essener Tafel besuchen wolle, habe die Bundesregierung der Zeitung mitgeteilt, dass es „keine Pläne“ für einen Besuch gebe: „Über derartige Planungen können wir im Moment nicht berichten.“

In der Debatte um den umstrittenen Beschluss der Essener Tafel gab es in den letzten Tagen immer mehr Rufe nach einem stärkeren staatlichen Kampf gegen Armut. Ein Bündnis von rund 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen forderte am Dienstag in Berlin höhere Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger und Bezieher von Sozialhilfe. Täglich 4,77 Euro für Essen und antialkoholische Getränke reichten bei weitem nicht. Auch die Leistungen für Flüchtlinge seien nicht existenzsichernd. Der Vorsitzende der Tafel Deutschland, Jochen Brühl, forderte eine rasche Entlastung der Tafeln durch die Bundesregierung. „Die letzten Wochen haben gezeigt, wohin es führt, wenn der Staat ehrenamtliche Hilfsorganisationen wie die Tafeln mit Aufgaben alleine lässt, die größer sind als sie selbst.“

DT/KNA

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