Klöckner kritisiert Politisierung der Kirchen

Die Vizevorsitzende der CDU wünscht sich mehr Stellungnahmen über verfolgte Christen, die Glaubensbotschaft oder aktive Sterbehilfe. Auch mit der Weihnachtsbotschaft des EKD-Vorsitzenden Bedford-Strom ist sie unzufrieden.
Julia Klöckner
Foto: Fabian Sommer (dpa) | Julia Klöckner, Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, hat auch katholische Theologie studiert.

Die CDU-Vizevorsitzende Julia Klöckner kritisiert die immer offenere Politisierung der Kirchen. „Es kommt vor, dass aus manchen Kirchenkreisen mehr zum Thema Windenergie und Grüne Gentechnik zu hören ist, als über verfolgte Christen, über die Glaubensbotschaft oder gegen aktive Sterbehilfe“, sagte Klöckner der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). Zwar fordere die christliche Botschaft „gesellschaftspolitische Haltung“, es sei aber wichtig, „dass Kirchen nicht parteipolitische Programme übernehmen. Die Bibel ist umgekehrt auch kein Wahlprogramm für uns Politiker, sondern kann ein guter persönlicher Kompass sein“. Die Katholikin sagte, sie sei und bleibe „aus Überzeugung zahlendes Kirchenmitglied". Die Kirchen leisteten so vieles, auch Versöhnliches. Und sie müssten von Natur aus der Gesellschaft immer wieder auch kritische Denkanstöße geben. "Sie sollen uns immer wieder überraschen, die wahre christliche Botschaft ist ja eine Zumutung: Liebe auch Deine Feinde, und wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“

Kritisch sieht die Politikerin, die auch katholische Theologie studiert hat, die Weihnachtspredigt des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland und Bayerischen Landesbischofs, Heinrich Bedford-Strom, in der es um die „America-First-Politik“ von US-Präsident Donald Trump ging. Zwar halte sie Trump für "hochproblematisch". Aber er sei nun einmal demokratisch gewählt, und am Ende ein Mensch mit der gleichen Würde und dem gleichen Wert wie andere auch. "Auch wenn er es uns nicht leichtmacht. Mit Herrn Putin und Assad müsste man sich mit mindestens dem gleichen Engagement beschäftigen.“

DT/KNA

 

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